Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers

eyeP.tv bietet die gestrige Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Cheftrainers Dirk Schuster als Videostream an. Sicher aufschlußreicher als der ein oder andere Forumsbeitrag hierzu oder die Presse. Eigene Meinung bilden! Die beiden Videos (Zwei Teile) gibt es hier.

Pressekonferenz

Presse zur Vorstellung des neuen Cheftrainers

Dirk Schuster gibt sich bescheiden

Neuer Kickers-Trainer: „Vom Aufstieg zu reden, wäre überheblich“

Von Jürgen Frey

Als bei der Vorstellung des neuen Trainers Dirk Schuster eigentlich alles schon gesagt war, kam er doch noch, dieser unsägliche Satz: „Die Stuttgarter Kickers gehören in die zweite Liga.“ Das Präsidiumsmitglied Edgar Kurz sagte dies. Und auch wenn er es auf einen langfristigen Zeitraum bezog, erkannte Präsident Dirk Eichelbaum, dass eine solche Aussage noch nie so unangebracht war, wie in der aktuellen Situation. Also fügte er mit einem Schmunzeln schnell hinzu: „Das ist die Privatmeinung von Herrn Kurz.“ Im Prinzip wissen alle, dass es für die Blauen in der am 7. August beginnenden Saison nur um eines gehen kann: um eine Konsolidierung in der Fußball-Regionalliga. „Es wäre überheblich, vom Aufstieg zu reden“, stellt Schuster klar, „wir wollen vielmehr mit jungen, hungrigen Spielern aus der Region ehrlichen Fußball zeigen.“

Zum jetzigen Zeitpunkt fragt sich nur: mit welcher Mannschaft? Ligarivale VfR Aalen hat sein Team fast schon komplett zusammen, bei den Kickers haben lediglich Bashiru Gambo, Mijo Tunjic und Marcel Ivanusa Verträge. „Drei, vier Korsettstangen, Führungsspieler brauchen wir natürlich im Kader“, sagt Schuster. Neben Gambo soll dies Marcus Mann sein, auch Marcel Rapp steht bei Schuster offenbar hoch im Kurs. Doch konkret wollte der neue Coach nicht werden: „Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen ab.“ Dafür weiß er, dass sein neu formiertes Team viel Einspielzeit brauchen wird. Deshalb wird der Trainingsauftakt wohl bereits sieben Wochen vor Rundenbeginn über die Bühne gehen. Den genauen Termin will er kommende Woche festlegen.

Stuttgarter Nachrichten

Schusters schwierige Mission

Der Kickers-Trainer steht vor einem Neuaufbau – Regionalligist stellt fristgerecht Lizenzantrag beim DFB

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben nach dem Abstieg in die Fußball-Regionalliga mit Ach und Krach die drohende Insolvenz abgewendet. Mit dem neuen Cheftrainer Dirk Schuster, einem Treuebekenntnis des Hauptsponsors und der Hoffnung, die Lizenz zu erhalten, soll in der Saison 2009/2010 ein Neustart unternommen werden – in einem finanziell engen Rahmen.

Von Hannes Kern

Auf dem Werbebanner, das die Kickers anlässlich der Präsentation des neuen Cheftrainers Schuster aufgestellt haben, prangt noch das Logo der dritten Liga. Das ist Schnee von gestern. Die Saison ist zwar offiziell erst am 30. Juni zu Ende, doch die Kickers müssen sich notgedrungen mit dem Thema Regionalliga beschäftigen. Das ist schwer genug, denn nur mit einem Kraftakt ist es gelungen, gestern rechtzeitig die notwendigen Unterlagen für die Beantragung der Lizenz zum Deutschen Fußball-Bund nach Frankfurt zu schicken. Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum sprach von einer „Wahnsinns-Aufgabe im Grenzbereich des Zumutbaren“, den Etat von 1,6 Millionen Euro auf die Beine zu stellen. In etwa zehn Tagen hoffen die Kickers in Sachen Lizenz auf grünes Licht durch den DFB. Eine Voraussetzung für den Optimismus der „Blauen“ ist, dass Hauptsponsor Eduardo Garcia sein Engagement bei den Kickers nach anfänglichen Bedenken um ein Jahr verlängert hat. Schätzungsweise kostet das Garcia 175 000 Euro.Der finanzielle Rahmen für Schuster beim Aufbau einer neuen Mannschaft ist „sehr eng“, wie es Eichelbaum ausdrückte. Der Präsident bezeichnet die Verpflichtung des 41-jährigen Schuster sowohl als Chance für die Kickers, als auch eine Chance für den ehemaligen Profi, sich im Trainergeschäft zu etablieren. Schuster, der 2007 als Lehrgangsbester die Lizenz des Fußballlehrers erworben hat, sprach von einer „Herausforderung“, einen fast kompletten Neuaufbau vornehmen zu müssen. Wie die Mannschaft aussehen wird, weiß Schuster selbst noch nicht. Er würde gerne drei, vier erfahrene Spieler behalten, ansonsten setzt er auf „junge, erfolgshungrige Spieler aus der Region“. Die kommende Saison sieht er unter der Überschrift „Konsolidierung“, wobei es „vermessen und überheblich wäre, vom direkten Wiederaufstieg zu sprechen“. Eichelbaum erwartet von Schuster, „dass er eine junge Mannschaft formt, die den Ball schnell nach vorne spielt“.Schuster kann bei seiner schwierigen Mission weiter auf den bisherigen Co-Trainer Alexander Malchow und Torwarttrainer Dennis Rudel zurückgreifen. Ex-Manager Joachim Cast wird wahrscheinlich bleiben, allerdings laut Eichelbaum „nicht mehr mitverantwortlich für den sportlichen Bereich“.Kaum haben die „Blauen“ den drohenden Kollaps abgewendet, träumt Edgar Kurz schon wieder von einer rosigen Zukunft. „Wir gehören mittelfristig in die zweite Liga“, sagte das Präsidiumsmitglied. Eichelbaum zuckte zusammen und Schuster verzog keine Miene.

Eßlinger Zeitung

Presse zur vor der Lizenzunterlagenabgabe und der Verlängerung von Garmo

Hauptsponsor verlängert Vertrag

Kickers hoffen auf Regionalligalizenz
STUTTGART (scha). Heute müssen die Stuttgarter Kickers die Lizenzunterlagen für die Regionalliga beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) einreichen. Bereits gestern verkündete das Präsidiumsmitglied Dieter Wahl jedoch, dass „wir die Lizenz für die vierte Liga packen werden“. Der Hauptgrund für Wahls Optimismus ist die Zusage des Hauptsponsors Eduardo Garcia, sein Engagement bei den Kickers in der neuen Saison fortzusetzen.

„Ebenso hat der Großteil der anderen wichtigen Sponsoren seine Unterstützung verlängert“, sagte Wahl. Er geht deshalb davon aus, dass der geplante Etat von 1,6 Millionen Euro gesichert werden kann. Etwas zurückhaltender bezüglich der Lizenzierung gab sich gestern der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum: „Ich bin zuversichtlich, aber das ist eine Wahnsinnsaufgabe. Es wird auf jeden Fall Auflagen und Bedingungen vom DFB geben.“ Und so arbeitete auch der Manager Joachim Cast bis zuletzt an den Unterlagen.

Was Casts weitere Zukunft auf der Waldau angeht, gibt es laut Eichelbaum „keine Tendenz“. Der Manager, der von seinen sportlichen Aufgaben entbunden wurde, ist von der derzeitigen Situation jedenfalls nicht begeistert. „Ich habe in der Stuttgarter Zeitung gelesen, dass das Präsidium mit mir sprechen will. Mehr weiß ich auch nicht“, sagte Cast. Definitiv verlassen wird die Kickers hingegen der Mittelfeldspieler Josip Landeka. Der 22-jährige Kroate wechselt ablösefrei zum Zweitligaabsteiger SV Wehen Wiesbaden und erhält dort einen Zweijahresvertrag.

Stuttgarter Zeitung

Kickers sicher: Alles klar mit der Lizenz

Garcia verlängert Sponsorenvertrag – Landeka nach Wehen

Von Jürgen Frey

STUTTGART. Es war eine Herkulesaufgabe. Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Und die Stuttgarter Kickers sind sicher, dass sie ihn gewonnen haben: „Wir werden die Lizenz für die kommende Saison in der Fußball-Regionalliga bekommen“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum am gestrigen Donnerstag. „Alle Unterlagen sind zusammengestellt. Nur noch ein Formfehler könnte uns einen Strich durch die Rechnung machen“, ergänzte Präsidiumsmitglied Dieter Wahl.

Spätestens heute bis 15.30 Uhr müssen die Papiere mit den unterschriebenen Sponsorenverträgen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sein. Der offizielle Bescheid, dass alle Bedingungen tatsächlich erfüllt sind, wird in zehn Tagen erwartet. Doch die entsprechenden Signale aus Frankfurt sind in Degerloch bereits angekommen.

Ein wesentlicher Bestandteil für grünes Licht für die Blauen war die Vertragsverlängerung des Hauptsponsors: Gerade noch rechtzeitig entschied sich Garmo-Unternehmer Eduardo Garcia, mit seinem Premiumprodukt Gazi den Kickers ein weiteres Jahr treu zu bleiben. Wie üblich, haben beide Seiten über die vertraglichen Details Stillschweigen vereinbart. Doch statt bisher rund 300 000 Euro dürfte nach dem Absturz in Liga vier die Unterstützung künftig bei rund 175 000 Euro pro Jahr liegen. Damit können und müssen die Kickers leben – der Etat von gut drei Millionen Euro wird auf rund 1,6 Millionen Euro zurückgeschraubt. Es muss gespart werden an allen Ecken und Enden. Bester Beweis: Zumindest formhalber haben die Blauen sowohl dem Zeug- als auch ihrem Platzwart gekündigt.

Das sportliche Fiasko und die daraus resultierenden Negativschlagzeilen machten die Suche nach Geldgebern zuletzt enorm schwierig. Warum die finanziellen Voraussetzungen für einen Start in der Regionalliga nun doch geschaffen werden konnten? „Entscheidend war, dass das gesamte Präsidium, der Aufsichtsrat und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle alle an einem Strang gezogen haben“, sagt Eichelbaum. Also auch Manager Joachim Cast, der eine Woche vor Saisonende von seinen sportlichen Aufgaben entbunden wurde. Trotz dieser Degradierung habe Cast laut Eichelbaum „äußerst diszipliniert“ gearbeitet. Wie es mit dem Manager weitergeht, ist offen. Genauso die Zukunft der meisten Spieler. Nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub wird der neue Trainer Dirk Schuster heute in die Detailgespräche starten. Klar ist unterdessen, dass Josip Landeka zum Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden wechseln wird. Dagegen hat sich der Transfer von Michael Schürg zum Drittliga-Aufsteiger 1. FC Heidenheim zerschlagen – möglicherweise bleibt der Stürmer doch bei den Kickers.

Der Kartenvorverkauf für das Freundschaftsspiel der Kickers gegen den FC Bayern München (21. Juli, 18 Uhr) hat begonnen. Ticket-Hotline: 07 11 / 2 55 55 55.

Stuttgarter Nachrichten

Kicker: Schuster kündigt Neuanfang an

Stuttg. Kickers: Kritik an Präsident Eichelbaum

Michael Rentschler sagte ab, nun soll Dirk Schuster als neuer Cheftrainer (Vertrag bis 2011) den Umbruch beim künftigen Regionalligisten schaffen. „Der Verein steht vor einem totalen Neuanfang“, sagt der frühere Nationalspieler.

„Das ist eine Riesenherausforderung und eine Riesenchance – für beide Seiten.“ Zwar kam der 41-Jährige als Coach bisher nicht über die Verbandsliga hinaus, 2007 erwarb er die Fußballlehrer-Lizenz jedoch als Lehrgangsbester.

„Wir wollen hier eine junge Truppe aufbauen, die von der ersten bis zur letzten Minute kämpft und Gas gibt.“

Im Verein herrscht indes große Unruhe und Kritik an Präsident Dirk Eichelbaum. Die Vorwürfe: Bei der Trainersuche habe er zu viel Zeit verloren, zudem kommuniziere er intern zu wenig. Und nicht jeder versteht, warum er mit Schuster in dieser schwierigen Lage auf einen Neuling setzt. Schon zuvor war Eichelbaum wegen seiner Außendarstellung nach der Nutzung des DFB-Kautionsfonds angegriffen worden.

Matthias Jung

Kicker

Der endgültige Untergang eines Traditionsvereins

Blaue nehmen Punktabzug in Kauf und planen Neuausrichtung in der Fußball-Regionalliga

Stuttgarter Kickers entbinden Joachim Cast von seinen Aufgaben als Sportlicher Leiter
Das Präsidium des Fußball-Drittligisten SV Stuttgarter Kickers hat am heutigen Donnerstag seinen Manager Joachim Cast mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben als Sportlicher Leiter entbunden. Das Arbeitsverhältnis mit Joachim Cast besteht jedoch ungekündigt fort, da sich der 41-Jährige in der Folgezeit um seine administrativen Aufgaben kümmern wird. Über einen Nachfolger oder eine Nachfolgeregelung über die sportliche Leitung in der Saison 2009/2010 in der Fußball-Regionalliga ist noch nicht entschieden.

Hintergrund dieser Entscheidung ist, dass der SV Stuttgarter Kickers künftig eine Neuausrichtung im sportlichen Bereich verfolgt, die mit einer jungen, hungrigen und talentierten Mannschaft – verbunden mit vier bis fünf Säulen des aktuellen Kaders – eine Konsolidierungsphase einleiten soll.

Außerdem informiert der SV Stuttgarter Kickers, dass der Verein vor wenigen Wochen aus dem Kautionsfonds des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) für die Dritte Fußball-Liga einen Betrag in Höhe von 200 000 Euro zur Liquiditätssicherung der laufenden Saison in Anspruch genommen hat. Dieser Betrag müsste bis zum morgigen Freitag, 15. Mai 2009, beim DFB wieder eingegangen sein, ohne dass der Verein einen Punktabzug hinnehmen muss. Dies wird nicht der Fall sein. Daher werden dem SV Stuttgarter Kickers drei Punkte in der laufenden Spielzeit abgezogen, wodurch die Blauen als erster sportlicher Absteiger in der Dritten Fußball-Liga feststehen werden.

Diesen Betrag hätte der Verein im Übrigen bis zum genannten Stichtag zurückbezahlt, wenn das Heimspiel in dieser Woche gegen den VfR Aalen mit einem Erfolg geendet und dadurch die sportliche Perspektive auf den Klassenverbleib weiterhin bestanden hätte. Ansonsten ist der Betrag innerhalb von fünf Jahren an den DFB rückzahlbar und mit fünf Prozent verzinslich.

Offizielle Homepage

Presse zu den bevorstehenden Weichenstellungen für die Zukunft der Kickers

Kehraus bei den Kickers
Der Trainer Kraft und der Manager Cast müssen wohl gehen – Was macht der Hauptsponsor?

STUTTGART. Gestern Abend hat das Präsidium der Stuttgarter Kickers getagt, um die Viertklassigkeit zu planen. Der Manager Joachim Cast spielt dabei keine Rolle mehr, auch wenn Präsident Dirk Eichelbaum sagt: „Entscheidungen werden erst noch bekanntgegeben.“

Von Joachim Klumpp

Das Kickers-Präsidiumsmitglied Dieter Wahl war gestern Vormittag bereits fleißig im Einsatz: „Ich möchte ja wieder gewählt werden.“ Zunächst einmal aber nicht bei dem Traditionsverein aus Degerloch, sondern für die CDU bei den anstehenden Kommunalwahlen. Nachdem sich Teile von Aufsichtsrat und Präsidium schon unmittelbar nach der 1:4-Niederlage gegen Aalen zusammengesetzt hatten, tagte gestern Abend das Präsidium nochmals intern, um erste Entscheidungen auf den Weg zu bringen. „Wir wollen einen sportlichen Neuanfang“, sagt Wahl.

Und nach dem sang- und klanglosen Abgesang vom Dienstag kann das nur heißen, dass das Trainergespann Rainer Kraft und Alexander Malchow in diesen Planungen keine Rolle mehr spielt. Gleiches dürfte für den Manager Joachim Cast gelten, obwohl der einen unbefristeten Vertrag besitzt, über den sich die Kickers – ohne Flurschaden – nicht so einfach hinwegsetzen können. Intern bliebe als Trainerlösung zwar der Oberligacoach Björn Hinck, der allerdings im Falle einer Rückkehr in die dritte Liga keine Lizenz besäße, auch wenn der sofortige Wiederaufstieg nicht mehr ultimativ verkündet wird.

„Um dieses Ziel realistisch ausgeben zu können, müssten wir mindestens einen Etat wie bisher haben“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, der wie seine Mitstreiter einen Rücktritt ausschließt. Dieser Betrag von etwa 3,3 Millionen Euro ist aber völlig illusorisch, zumal noch nicht einmal der Budgetansatz für 2009/10 von 1,5 Millionen Euro gesichert ist. „Doch daran arbeiten wir“, betont Eichelbaum, wobei er nach den bisherigen Gesprächen mit dem Hauptsponsor urteilt: „Die Tendenz geht dahin, dass er nicht weitermacht.“ Eine Aussage, über die sich Eduardo Garcia von der Garmo AG verwundert zeigt: „Im Moment gibt es gar keine Tendenz, aber vielleicht haben sie ja auch jemand anderen im Ärmel.“ Interessenten soll es zumindest geben; die Frage ist natürlich, zu welchen Konditionen, denn selbst in der vierten Liga müssten die Kickers an die 200 000 Euro veranschlagen, um finanziell über die Runden zu kommen.

Und wenn das nicht gelingt? „Eine Insolvenz ist mit mir nicht zu machen“, sagt der Aufsichtsratsvize Christian Dinkelacker, auch wenn bei einer Verfahrenseröffnung vor dem 30. Juni wohl in der Regionalliga gespielt werden könnte. Dennoch stößt Dieter Wahl ins gleiche Horn, fügt aber hinzu: „Solange wir nicht dazu gezwungen werden.“ Vor allem die Klage des ehemaligen Präsidiumsmitglieds Walter Kelsch über ein Darlehen von 50 000 Euro plus Zinsen wirkt da wie ein Damoklesschwert. Zudem tendiert der Wert der vom Hauptverein ausgegliederten GmbH und Co. KG, der auf den taxierten Ablösesummen der Spieler basiert, quasi gegen null.

Durch den Abstieg lösen sich alle Verträge in Luft auf, die Ausnahme bildet Bashiru Gambo. Der dürfte auch bei dem Neuanfang „mit jungen, entwicklungsfähigen Spielern“ (Eichelbaum), der durchaus zwei Jahre für die Rückkehr in die dritte Liga vorsieht, eine Rolle spielen; genau wie Marcus Mann oder der zuletzt verletzte Ralf Kettemann, vielleicht auch noch Torsten Traub und Sascha Traut. Dann wird es schon eng: selbst für den Kapitän Alexander Rosen, unabhängig davon, ob er überhaupt in der vierten Liga spielen würde. Vielleicht käme er ja als Manager infrage, was mit seinem Studium zum Sportökonom korrespondieren würde.

Beim Trainer spricht derzeit mehr für eine externe Lösung (möglicherweise sogar in Kombination als Sportdirektor), bei der auch Rainer Scharinger denkbar gewesen wäre, der inzwischen aber beim VfR Aalen unterschrieben hat. Durchaus mit Erfolg, wie die Kickers-Verantwortlichen am Dienstagabend hautnah erleben durften. In dieser Form jedenfalls kann der VfR den Klassenverbleib noch schaffen. Das wäre dann durchaus eine gute Nachricht – und ein Konkurrent weniger in der Regionalliga.

Stuttgarter Zeitung

Kickers planen Neuanfang – ohne Cast
Die Blauen wollen Insolvenz vermeiden und setzen in der Regionalliga auf neue sportliche Leitung – Künftiger Trainer auch Sportdirektor?

Bei den Stuttgarter Kickers laufen seit Dienstagabend die Planungen für die Fußball-Regionalliga auf Hochtouren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Von Jürgen Frey

Stehen schon personelle Konsequenzen fest?

Es dementiert niemand, die offizielle Bestätigung fehlt allerdings auch noch: Manager Joachim Cast und die Kickers werden sich trennen. Die Frage ist nur, wann. Denn der 40-Jährige, der die vielen personellen Missgriffe zum Großteil zu verantworten hat, hat sich in Sachen Lizenzierung beinahe unentbehrlich gemacht. Und noch müssen die Blauen diesbezüglich bis zum 5. Juni einige Hausaufgaben machen. Casts sofortiger Abschied würde ein Chaos hinterlassen.

Wie könnte die neue sportliche Führung aussehen?

Denkbares Modell: Der künftige Trainer übernimmt auch die Rolle des Sportdirektors, der wirtschaftliche und administrative Bereich wird von einer neuen Kraft auf der Geschäftsstelle abgewickelt. So hatten es die Kickers mit Rainer Scharinger geplant, zögerten aber mit der Zusage. Folge: Ligakonkurrent VfR Aalen schnappte den Blauen ihren Wunschkandidaten weg. Nun sind neben Oberligacoach Björn Hinck auch Frank Leicht (Eintracht Frankfurt II) sowie WFV-Trainer Michael Rentschler, der zwei Jahre lang Assistent von Robin Dutt bei den TSF Ditzingen war, im Gespräch.

Ist die Insolvenz ein Thema?

Die Führungsetage der Blauen ist sich einig: Sie soll unter allen Umständen vermieden werden. „Stand heute schließe ich sie aus“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum.

Ist die Lizenz für die Regionalliga sicher?

Noch nicht. Nachdem die Blauen die Planzahlen für ihren 1,5-Millionen-Etat in Liga vier beim DFB eingereicht hatten, kam aus der Zentrale aus Frankfurt zunächst wenig Erbauendes. Die geringen Personalkosten wurden nicht akzeptiert. Die Kickers legten Einspruch ein. Inzwischen gab der DFB grünes Licht. Allerdings müssen bis zum 5. Juni noch die zugesagten Sponsorenverträge unterschrieben nachgereicht werden.

Wie sieht das Konzept für die Regionalliga aus?

Es scheint die Erkenntnis gereift zu sein, dass es ein Riesenfehler wäre, den sofortigen Wiederaufstieg als Zielsetzung auszugeben. „Wir müssen aufhören, Fans und Sponsoren Sand in die Augen zu streuen, sie sind ohnehin schon sauer genug“, sagt Aufsichtsratschef Lorz. Er wünscht sich einem Neuanfang mit „realistischen, aber ehrgeizigen Zielen“. Das Präsidium sieht es ähnlich: „Im Hauruckverfahren wieder nach oben zu wollen könnte einen noch gewaltigeren Absturz mit sich bringen“, sagt Dieter Wahl. Und Chef Eichelbaum will künftig konsequent auf die Jugend setzen. Er orientiert sich an anderen Traditionsclubs, die am Boden waren. Zum Beispiel am Zweitligisten RW Oberhausen. Eichelbaum: „Die spielten 2006 noch in der Oberliga und hatten kein eigenes Klopapier. Dann setzten sie auf ein junges Team mit drei, vier älteren Korsettstangen, die sich mit dem Club identifizieren.“ Das soll auch der Weg der Kickers sein.

Auf welche Spieler setzen die Blauen?

Als Führungsspieler sollen Marcus Mann und Torsten Traub gehalten werden. Genauso Bashiru Gambo, der als Einziger einen Vertrag für die Regionalliga besitzt. Hinzu kommen Talente wie Thomas Gentner, Marcel Ivanusa oder auch Ralf Kettemann. Kapitän Alexander Rosen ist als möglicher Nachfolger von Cast im Gespräch.

Bleibt der Hauptsponsor?

„Ich bin gesprächsbereit“, sagt Eduardo Garcia. Erst will der Unternehmer aber wissen, wie die sportliche Führung aussieht.

Sind in der Führungsetage kurzfristige Änderungen zu erwarten?

Wie es aussieht, tut sich bis zu den Neuwahlen im November nichts. „Was danach passiert, ist offen“, sagt Lorz.

Ist in der Regionalliga ein Aufsichtsrat noch sinnvoll?

Vieles spricht für eine schlankere Struktur mit kurzen Entscheidungswegen. Doch einer Auflösung des Kontrollgremiums setzt eine Satzungsänderung voraus. Das Präsidium will am Aufsichtsrat festhalten: „Es ist wichtig, dass geschaut wird, ob der Kurs stimmt“, sagt Wahl. „In diesem Gremium sitzen Persönlichkeiten, die den Kickers auch finanziell helfen“, ergänzt Eichelbaum.

Stuttgarter Nachrichten

Nur noch kläglich
Von Gunter Barner

Dass es rein theoretisch immer noch nicht sicher ist, ändert nichts daran: Die Stuttgarter Kickers werden absteigen. Die Bilanz ist kläglich. Sportlich war die dritte Liga eine Nummer zu groß. Finanziell riss sie ein gewaltiges Loch, und ideell ließ sie nichts mehr übrig von dem, was die Blauen einst so sympathisch machte. Die familiäre Atmosphäre auf der Waldau ging unter in einem Klima von Selbstbeweihräucherung, Besserwisserei, Missgunst, Misstrauen und Dilettantismus in der Chefetage. Die zusammengewürfelte Mannschaft entwickelte keinerlei Identifikationswert und verschliss drei Trainer.

Selbst die berechtigte Frage, ob ein radikaler personeller und struktureller Neuanfang den mausetoten Club zu neuem Leben erwecken könnte, stellt sich nur bedingt. Denn die Kickers müssen in ihrer Not auf das wenige bauen, das ihnen noch geblieben ist: eine überschaubare Zahl treuer Fans, wenige Sponsoren, die eher aus Mitleid denn aus Überzeugung am Ball bleiben, und eine leidlich funktionierende Führungsmannschaft um Präsident Dirk Eichelbaum, die sich mehr mit den Lasten der Vergangenheit zu beschäftigen hat als mit den Hoffnungen auf eine gedeihliche Zukunft.

Wahrscheinlich hat es nun auch der Letzte begriffen: Die Blauen müssen endlich aufhören, die glorreichen Zeiten zu beweinen. Jetzt hilft nur noch gnadenloser Realismus. Es wäre wohlfeil, aber grober Unfug, den sofortigen Wiederaufstieg als Saisonziel auszugeben. Statt erneut überforderte Billigkräfte en gros einzukaufen, sollten die Kickers ihr knappes Geld dort investieren, wo es einen Sportverein im eigentlichen Sinne adelt: in hochwertige, langfristige und intelligent konzeptionierte Jugendarbeit. Intensiv nachdenken müssen die Blauen überdies über schlankere Strukturen. Der Aufsichtsrat war zuletzt nur noch eine selbstgefällige Herrenrunde aus Bruddlern und Nörglern. Der Abstieg bietet die Chance zum Neuanfang – und birgt die Gefahr des kompletten Niedergangs.

Stuttgarter Nachrichten

Die Planungen für die Regionalliga laufen
Die Kickers sind praktisch nicht mehr zu retten – Konkurrenz patzt ebenfalls

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben weiterhin theoretische Chancen auf den Klassenverbleib. Weil gestern auch die Konkurrenten im Tabellenkeller der dritten Liga ihre Spiele verloren, ist der Abstieg noch nicht besiegelt. Im nächsten „Endspiel“ sind die Kickers am Samstag bei Werder Bremen II zu Gast.

Von Beate Wockenfuß

Fünf Punkte trennen die „Blauen“ vom rettenden Ufer. Das ist in den zwei ausstehenden Spielen zwar rechnerisch noch aufzuholen, doch relativ unwahrscheinlich. Der einstige Bundesligist bereitet sich daher schon auf den bitteren Gang in die Viertklassigkeit vor. Schon direkt nach der 1:4-Heimpleite am Dienstagabend gegen den VfR Aalen hatten die Kickers die letzte Hoffnung aufgegeben. „Vor dem Spiel war ich noch verhalten optimistisch. Aber jetzt ist der Sargnagel drin“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum. Noch am Abend der 18. Saison-Niederlage begannen die Planungen für die Regionalliga. Gestern trafen sich Präsidium und Aufsichtsrat erneut, um am Konzept für die neue Spielzeit zu arbeiten. „Es ging in erster Linie um die strukturelle Ausrichtung“, hielt sich der Vereinsboss gestern bedeckt. Heute sollen erste Ergebnisse verkündet werden. Dass die völlig verkorkste Saison personelle Konsequenzen haben wird, ist klar. „Wenn wir sang- und klanglos Letzter werden, kann nicht alles richtig gemacht worden sein“, sagte Eichelbaum, ohne sich aber zu Namen zu äußern. Er selbst sieht keinen Grund für einen Rückzug. „Ich bin bis zur Hauptversammlung gewählt und nicht dazu da, hinzuschmeißen, wenn wir abgestiegen sind“, betonte der Rechtsanwalt. Das Motto „Ende gut, alles gut“ vom vergangenen Jahr, als sich die Kickers erst am letzten Spieltag für die dritte Liga qualifizierten, soll es diesmal nicht geben. „Wir werden alles hinterfragen“, so Eichelbaum. Ein Fragezeichen steht auch hinter den Finanzen. „Wir wollen uns in der Regionalliga mit einer jungen, entwicklungsfähigen Mannschaft konsolidieren“, erklärte der Präsident zwar. Aber um überhaupt erst einmal die Lizenz zu bekommen, müssen bis zum 5. Juni noch Sponsorengelder nachgewiesen werden. Sehr fraglich ist, ob Hauptsponsor Gazi sein Engagement fortführt. Eichelbaum: „Tendenz: eher nein.“

Eßlinger Zeitung

StN: Manager Cast vor dem Aus

Kickers planen Neuanfang

Stuttgart – Der Abstieg steht praktisch fest. Bei den Stuttgarter Kickers laufen die Planungen für die Fußball-Regionalliga auf Hochtouren. Alles deutet auf eine Trennung von Manager Joachim Cast hin.

Fest steht nach derzeitigem Stand, dass die Kickers in der Regionalliga antreten werden: „Wir werden alles tun, dass es nicht zu einer Insolvenz kommt“, sagten Präsident Dirk Eichelbaum und Aufsichtratschef Rainer Lorz unisono. In der vierten Liga will sich der Club nach Angaben der Vereinsführung mit „realistischen, aber ehrgeizigen Zielen konsolidieren und auf die Jugend setzen“.

Alles deutet unterdessen daraufhin, dass sich die Kickers und Manager Joachim Cast trennen werden. Möglicherweise wird der künftige Trainer die Rolle des Sportdirektors in Personalunion übernehmen.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur fleißigen Spieler-Aussortiererei der Kickers

Ohne Landeka, Parmak, Schürg

Kickers reduzieren den Kader
STUTTGART (ump). Wenn die Mannschaft des stark abstiegsgefährdeten Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers heute nach zwei freien Tagen wieder ins Training einsteigt, dann wird der Trainer Rainer Kraft seine Ankündigung wahrmachen und bis zum Saisonfinale auf drei Spieler verzichten. „Die Spieler sind informiert“, sagt Kraft nur.

Große Überraschungen wird es bei den Streichkandidaten allerdings nicht geben, nachdem Josip Landeka zuletzt schon aus disziplinarischen Gründen suspendiert worden war. Daneben dürfte es nun noch Mustafa Parmak und Michael Schürg treffen, die beide bereits die Fahrt zum Auswärtsspiel nach Dresden nicht mitgemacht haben und nun ebenfalls für die zweite Mannschaft freigestellt werden sollen.

Die bestreitet bereits morgen ein Nachholspiel gegen Durlach und steht zudem im Viertelfinale des WFV-Pokals, in dem sie am 6. Mai auf den Regionalligisten 1. FC Heidenheim trifft. Schon in den vergangenen Wochen hat die zweite Mannschaft auf Spieler von oben zurückgegriffen, zum Beispiel Sokol Kacani, Marcel Rapp oder Simon Köpf. Im Gegenzug sind die Verantwortlichen mit den bisherigen Oberligaspielern Marcel Ivanusa und Mijo Tunjic in Gesprächen über eine Vertragsverlängerung für die neue Saison.

Stuttgarter Zeitung

Kickers sortieren aus
Parmak, Schürg und Kacani

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers plant für die restlichen fünf Saisonspiele nur noch mit 20 Feldspielern und zwei Torhütern. Unter anderem spielen für Trainer Rainer Kraft künftig Mittelfeldspieler Mustafa Parmak sowie die Stürmer Michael Schürg und Sokol Kacani keine Rolle mehr. Ohne auf einzelne Namen einzugehen, begründete Kraft die Maßnahme wie folgt: „Wir müssen näher zusammenrücken und das Training effektiver gestalten.“

Präsident Dirk Eichelbaum mischte sich in die Entscheidung nicht ein: „Das ist Sache des Trainergespanns, das sich mit Manager Joachim Cast abgestimmt hat.“ Den aussortierten Spielern ist es freigestellt, sich im Training der zweiten Mannschaft fitzuhalten und möglicherweise auch dort zu spielen.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten