StN: Liquidität nur bis Februar sicher – Landekas Einsatz in Paderborn ungewiss

Kickers vor hartem Winter

Stuttgart – Was viele befürchteten, ist nach einer Präsidiums- und Aufsichtsratssitzung nun gewiss: Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers steht finanziell – gelinde gesagt – vor einem harten Winter. Die Zahlungsfähigkeit ist nur bis Ende Januar gesichert.

VON STEFAN KLINGER

3:2 gegen Werder Bremen II, den letzten Tabellenplatz verlassen und in der ersten Halbzeit eine sehr gute Leistung gezeigt. Bei aller Freude über den vergangenen Sonntag verliert Kickers-Trainer Edgar Schmitt aber nicht den Blick für die Realität – und sehnt sich nach Verstärkungen. „Es ist doch klar, dass ein Trainer diese in unserer Situation haben möchte“, sagt Dirk Eichelbaum.

Ob es die aber auch geben wird, kann der Präsident der Blauen noch nicht beantworten. In einer Sitzung haben Präsidium und Aufsichtsrat nun den finanziellen Rahmen abgeklopft. Das Fazit: „Grundsätzlich wollen wir nur jemanden verpflichten, wenn uns ein Spieler verlässt“, sagt Eichelbaum.

Denn deutlich wurde bei diesem Gespräch auch: Weil im Januar keine Heimspiele stattfinden, steht der klamme Club vor einem sehr harten Winter. „In der einnahmelosen Zeit geht es uns nie gut. Aber im Januar gibt es keinen Liquiditätsengpass“, sagt Eichelbaum, „und dann müssen wir sehen, wie es sich weiterentwickelt.“

Zumindest die Leistungskurve des Teams zeigt schon jetzt nach oben. „Die ersten 45 Minuten gegen Bremen waren das Beste, was wir je geboten haben“, freut sich Edgar Schmitt. Umso bitterer wäre es da auch, wenn der Kickers-Coach, dessen Platzverweis gegen Bremen ohne weitere Konsequenzen bleibt, in der Partie am Samstag bei Tabellenführer SC Paderborn (14 Uhr) seine Startelf verändern müsste.

Der Einsatz von Josip Landeka ist aber fraglich. Er hatte sich gegen Bremen eine starke Fußprellung zugezogen. Ob der Mittelfeldspieler im letzten Auswärtsspiel des Jahres aufläuft, entscheidet sich erst am heutigen Freitag. Zumindest das gestrige Training, das Schmitt wegen des Neuschnees auf einen 40-minütigen Lauf reduzierte, absolvierte Landeka komplett. Fällt er aus, rückt der für ihn gegen Bremen eingewechselte Thomas Gentner nach. Den zuletzt gesperrten Angelo Vaccaro und Bashiru Gambo bleibt so und so zunächst nur der Platz auf der Ersatzbank.

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur Jahreshauptversammlung – VfB kommt zum Testspiel

Schwarze und rote Zahlen bei den Blauen

Die Kickers erzielen Gewinn, doch im Etat klafft ein Loch

STUTTGART. Die sportliche Situation des Fußballdrittligisten Stuttgarter Kickers ist unbefriedigend, besser sieht es wirtschaftlich aus: das abgelaufene Geschäftsjahr 2007/08 endet mit einem Gewinn von 330 000 Euro.

Von Joachim Klumpp

Die relativ harmonische Stimmung bei der Hauptversammlung der Stuttgarter Kickers ist gestern Abend nur einmal etwas getrübt worden: als das Logo des Lokalrivalen VfB auf der Leinwand auftauchte, da gab es vereinzelt doch Pfiffe. Dabei hätten die 190 anwesenden Mitglieder dankbar sein sollen. Denn der Fußball-Bundesligist wird am 25. März nächsten Jahres in Degerloch zu einem – schon lange angekündigten – Benefizspiel antreten, durch das wiederum die finanzielle Lage der Kickers verbessert würde. Das ganze soll das ADM-Gedenkjahr schmücken, das die Kickers 2009 anlässlich des fünften Todes- und 70. Geburtstages ihres Ehrenpräsidenten Axel Dünnwald-Metzler ins Leben gerufen haben. Als Krönung obendrauf gibt es noch die berechtigte Hoffnung, dass im Lauf des Jahres auch der FC Bayern München seine Visitenkarte bei den Blauen abgibt. Dafür wiederum gab es – Applaus.

Und nicht nur dafür. Denn nachdem die sportliche Situation des Tabellenvorletzten in der dritten Liga unbefriedigend ist, konnte sich zumindest das wirtschaftliche Ergebnis sehen lassen. Als der Schatzmeister Friedrich Kummer einen Gewinn (zum Stichtag 30. Juni) von exakt 330 396,60 Euro verkündete, brandete Beifall im Clubheim auf. „Im Wesentlichen ist das auf die neu gegründete Beteiligungsgesellschaft zurückzuführen“, erklärte Kummer. Die besteht aktuell ausschließlich aus fünf Mitgliedern von Präsidium und Aufsichtsrat und wurde in einer kritischen finanziellen Situation der Vorsaison ins Leben gerufen, um den Verein mit Darlehen und der Abtretung der Transfererlöse zu helfen, was sich mit 525 000 Euro niederschlägt. In der Bilanz ist dieses Geld Vereinsvermögen, so dass der Stand der Verbindlichkeiten von knapp einer Million Euro auf nunmehr 591 684,17 Euro zurückgegangen ist. Da nach wie vor die Rangrücktrittsdarlehen des Expräsidenten Hans Kullen sowie von Ursi Dünnwald-Metzler existieren, ist der Verein aber nicht überschuldet. „Unser Ziel ist es, die Entschuldung des Vereins weiter voran zu treiben“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende Rainer Lorz.

Trotz des guten Ergebnisses im Geschäftsjahr 2007/08 können die Kickers keine großen Sprünge machen, was vor allem die Transfermöglichkeiten in der Winterpause betrifft. Das liegt in erster Linie daran, dass der angesetzte Saisonetat von etwa drei Millionen Euro bei den Ausgaben übertroffen wird, was mehrere Gründe hat: zum Beispiel erhöhte Kosten im Ordnungs- und Sicherheitsdienst bei Risikospielen, eine Verdreifachung der Stadionmiete – und natürlich auch die Verpflichtung des holländischen Spielers Orlando Smeekes sowie der Trainerwechsel. Hochgerechnet zum Saisonende fehlen dem Club damit etwa 300 000 Euro in der Kasse.

Deshalb muss auf der einen Seite eisern gespart werden (etwa durch den Verzicht auf ein Trainingslager im Januar), auf der anderen aber weiter versucht werden, die Einnahmen zu erhöhen, vor allem durch zusätzliche Werbeaktivitäten. Das Paradebeispiel dafür ist die zweite Auflage der Kampagne „Believe-in-Blue“, bei der Fans im Internet einzelne Bausteine (zu je 18,99 Euro) erwerben können und wo innerhalb kurzer Zeit bisher knapp 15 000 Euro eingegangen sind. Damit aber nicht genug: bei der Mitgliederversammlung kamen ganz aktuell sogar noch einmal 10 000 Euro dazu. Was den Präsidenten Dirk Eichelbaum zu der spontanen Aussage veranlasste: „Wenn immer zehntausend Euro zusammenkommen, machen wir künftig jeden Tag eine Hauptversammlung.“

Neben der leidigen Stadionfrage, in der die Kickers heute Abend einen Termin beim Deutschen Fußball-Bund haben, um auszuloten, ob es aufgrund des aufgeschobenen Umbaus nochmals eine Ausnahmeregelung geben könnte, wurden auch die Rechte am Kickers-Logo angesprochen, die noch die ausgegliederten Handballer besitzen. „Die Gespräche über eine gemeinsame Nutzung stehen aber unmittelbar bevor“, so Eichelbaum.

Ganz so weit wollten die Vertreter der Handballer, die sich dezent im Hintergrund hielten, noch nicht gehen. Sie werden das ausgearbeitete Vertragswerk, das vorsieht, dass der Hauptverein auf die jährlichen 1500 Euro Lizenzgebühr verzichtet, noch juristisch prüfen lassen. Tenor: wir sind bereit für eine Einigung, aber die gibt es noch nicht. Vielleicht hilft in dieser brisanten Frage ja das gemeinsame sportliche Leid. Während die Fußballer Vorletzter in der Tabelle sind, belegen die Handballer den letzten Platz.

Stuttgarter Zeitung

Gewinn täuscht über Ernst der Lage

Kickers vermelden für Geschäftsjahr 2007/08 Bilanzplus von 330000 Euro

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben im abgelaufenen Geschäftsjahr Gewinn gemacht und ihre Schulden verringert. Diese positiven Aspekte bei der gestrigen Mitgliederversammlung ändern nichts daran: Die Finanzierung des laufenden Spielbetriebs bleibt ein Tanz auf der Rasierklinge.

VON JÜRGEN FREY

Ein Sieg in 16 Spielen, Platz 19. Was die Zahlen in der dritten Liga angeht, können die Kickers alles andere als zufrieden sein. Da war das Zahlenwerk, das die Chefetage im Vereinsheim präsentierte, erfreulicher. Das Präsidium verkündete für das Geschäftsjahr 2007/08 einen Gewinn in Höhe von 330 396,80 Euro. Entsprechend harmonisch verlief die Versammlung – die 190 Mitglieder entlasteten sowohl Präsidium als auch Aufsichtsrat. Das bilanzielle Plus ist auf zwei Faktoren zurückzuführen:

Die Transfereinnahmen stiegen gegenüber dem Vorjahr von 330 000 Euro auf 802 892 Euro. Hintergrund: Der Verein hat die Transferrechte an die Kickers Beteiligungs GmbH & Co. KG verkauft.

Die außerordentlichen Erträge stiegen von 22 767 Euro auf 303 721 Euro. Dies ist vor allem auf einen Forderungsverzicht von Ursi Dünnwald-Metzler zurückzuführen.

Unterm Strich verringerten sich die Schulden von 922 080 Euro auf 591 684 Euro.

Diese positive Tendenz ändert nichts an den Liquiditätsproblemen. Bis zum 30. Juni 2009 wird der Etat um 300 000 Euro überzogen. Gründe: der Trainerwechsel und die Verpflichtung von Orlando Smeekes. „Die Finanzierung des Spielbetriebs ist ein Tanz auf der Rasierklinge“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum. Den Ernst der Lage bestätigte Präsidiumsmitglied Dieter Wahl: „Wegen der Finanzkrise beißt man bei Sponsoren auf Granit.“ Der Marketingexperte meldete auch Positives: Am 25. März 2009 kommt der VfB zum Freundschaftsspiel – jeder Euro in der klammen Kickers-Kasse zählt.

Stuttgarter Nachrichten

Zumindest finanziell auf einem guten Weg

Die Stuttgarter Kickers vermelden auf der Mitgliederversammlung einen satten Gewinn

Stuttgart – Sportlich läuft es schlecht, finanziell geht es aufwärts: Während Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers weiter im Tabellenkeller festhängt, vermeldete Präsident Dirk Eichelbaum gestern Abend bei der Mitgliederversammlung für die abgelaufene Spielzeit (Stichtag: 30. Juni) ein „Rekordergebnis“ – und damit einhergehend einen erheblichen Schuldenabbau.

Von Beate Wockenfuß

„Hinter uns liegt das Jahr der Katze. Wir haben sieben Leben gebraucht“, sagte Eichelbaum angesichts der äußerst knappen Qualifikation für die eingleisige dritte Liga. Dort befindet sich das Team aktuell auf dem vorletzten Platz. Wie schon im vergangenen Jahr, so war es auch diesmal in Degerloch: Mitten in den Wirren einer sportlichen Depression der „Blauen“ überraschten die Vereinsbosse die leidgeprüften Anhänger bei der Jahreshauptversammlung mit positiven Nachrichten. Die etwa 190 anwesenden Mitglieder staunten nicht schlecht, als das für Finanzen zuständige Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer die Geschäftszahlen für die Saison 2007/2008 präsentierte und dabei mit einem deutlichen Jahresüberschuss aufwartete. 330 397 Euro beträgt der erwirtschaftete Gewinn in der abgelaufenen Spielzeit – das bedeutet eine Steigerung um stattliche 139 Prozent gegenüber 2006/2007 (138 130 Euro). Schon damals hatte sich der Gewinn im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.Zurückzuführen ist das neuerliche Plus auf die Anfang des Jahres gegründete Beteiligungs GmbH & Co. KG, an die der Verein seine Transferrechte verkauft hat. Damit sind die Kickers auf ihrem Weg aus den Schulden wieder ein großes Stück vorangekommen. 591 684 Euro gilt es jetzt „nur“ noch zu tilgen. Dazu gehört unter anderem das Darlehen von Ex-Präsident Hans Kullen. Über die Rückzahlung hatten sich der Verein und Eichelbaums Vorgänger nach monatelangem Streit erst Anfang Juli und damit nach dem Bilanz-Stichtag außergerichtlich geeinigt. Demnach soll über die kommenden acht Jahre hinweg eine nicht genannte Summe an Kullen gezahlt werden.Der ehemalige Präsident spielte bei der gestrigen Versammlung noch bei einem anderen Tagesordnungspunkt eine Rolle. Denn die Entlastung des alten Vorstands war im vergangenen Jahr wegen der unklaren juristischen Situation auf dieses Jahr verschoben worden. Diesmal ging die Entlastung ohne Diskussionen durch – ebenso für das aktuelle Präsidium.

2,86 Millionen Euro Ausgaben

Das lag vor allem an den positiven Zahlen: Insgesamt nahm der Verein in der vergangenen Spielzeit 2,93 Millionen Euro ein, das sind 105 834 Euro weniger als 2006/2007. Am deutlichsten sanken die Einnahmen im Bereich Spielbetrieb (minus 219 620 Euro), was an der verpassten Teilnahme am DFB-Pokal lag. Dieselbe Ursache hat der Rückgang im Bereich Fernsehen und Hörfunk (minus 207 540 Euro). Die Ausgaben auf der Waldau beliefen sich auf 2,86 Millionen Euro, das sind 42 961 Euro weniger als 2006/2007.

Das kommende Jahr wird bei den Kickers ganz im Gedenken an den im Jahr 2004 verstorbenen langjährigen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler stehen. Im Rahmen des „ADM-Gedenkjahres“ sind unter anderem zwei Freundschaftsspiele geplant. Bundesligist VfB Stuttgart gastiert am 25. März im Gazi-Stadion. Der FC Bayern hat ebenfalls für ein Spiel zugesagt, ein Termin steht jedoch noch nicht fest. Auch das bringt dem nach wie vor klammen Verein wertvolle Einnahmen.

Eßlinger Zeitung

Mitgliederversammlung: Streitobjekt Kickers-Emblem

Stuttgart – Die Tagesordnung für die Mitgliederversammlung der Stuttgarter Kickers am Mittwoch, 26. November (19 Uhr/Vereinsheim), wurde auf Antrag eines Mitglieds kurzfristig um einen Punkt ergänzt: Dabei geht es um die Rechte am Vereinsemblem.

Für Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum wäre es „die totale Schande“. Eine Posse und Blamage wäre es auf jeden Fall – wenn der SV Stuttgarter Kickers und der HV Stuttgarter Kickers sich vor Gericht um die Rechte am Logo streiten würden. Dieses Szenario war bis zum gestrigen Dienstag zwar immer noch nicht völlig auszuschließen, doch eine Einigung zwischen beiden Parteien ist die wahrscheinlichere Variante.

Der Reihe nach. In der Ära Hans Kullen entschied das Präsidium der Blauen mehrheitlich, die Rechte am Kickers-K beim Patent- und Markenamt für die nächsten zehn Jahre nicht zu verlängern. Der Club ging davon aus, auch so über den vollen Markenschutz zu verfügen, und sparte dadurch etwa 4500 Euro.

Jürgen Hollenbach, der Präsident des Handballvereins Stuttgarter Kickers, bekam davon Wind und sicherte sich die Rechte. Im September 2007 erhielt er die Urkunde zugestellt. Hollenbach stellte dies als reine Sicherheitsmaßnahme für die Kickers als Gesamtes dar: „Der Club muss froh sein, dass wir die Rechte haben, auch Markenpiraten hätte sie sich sichern können.“

Es vergingen Wochen und Monate, bis sich die beiden Lager aufeinander zubewegten. Am 13. November beschloss das Präsidium um Chef Eichelbaum, dem Vergleichsvorschlag des HV nach einer gemeinsamen Logo-Nutzung zuzustimmen. Knackpunkt dabei: Die Handballer müssen künftig nicht mehr die Lizenzgebühr von etwa 1500 Euro pro Jahr an den SV überweisen.

Dieser Betrag war nach der Ausgliederung der Handballer 2004 aus dem Hauptverein für die Nutzung des Schriftzuges und des Logos Stuttgarter Kickers vereinbart worden. Eigentlich wäre jetzt alles klar. Und die Blauen wollten mit aller Macht die Kuh vom Eis haben – und zwar vor der Mitgliederversammlung.

Doch Handballchef Hollenbach geht das alles zu schnell: „Unser Fachanwalt muss den Vertragsentwurf noch prüfen, dann müssen ihn meine Vorstandskollegen absegnen.“ In zehn Tagen soll alles klar sein. Dann endlich könnten die Kickers dieses unrühmliche Kapitel endlich schließen.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur anstehenden Jahreshauptversammlung

„Die Konsolidierung des Vereins ist eine Herkulesaufgabe“

Interview mit dem Kickers-Präsidenten Dirk Eichelbaum zur wirtschaftlichen Situation des Fußballdrittligisten, dem verschobenen Stadionumbau und den Fernsehgeldern

Morgen steht die Hauptversammlung des Drittligisten Stuttgarter Kickers auf dem Programm. Während es sportlich beim Tabellenvorletzten nicht rund läuft, weist die Bilanz einen Gewinn von rund 170 000 Euro aus. Dennoch sagt der Präsident Dirk Eichelbaum im Gespräch mit Joachim Klumpp: „Wir brauchen aus den Fernsehgeldern mindestens einen siebenstelligen Betrag.“

Herr Eichelbaum, vor der letzten Hauptversammlung war die Rede von einem Investor für die Kickers. Wird der nun morgen aus dem Hut gezaubert oder ist das Thema abgehakt?

Das kommt darauf an, wie man das Thema angeht. Wir haben ja einen Investor, in Form einer Beteiligungsgesellschaft, die an den Spielerwerten partizipiert. Aber das Thema externer Investor steht aktuell nicht auf der Agenda. Und ich möchte auch nicht, dass es in Richtung Traumtänzerei gerückt wird.

Das bedeutet, die Kickers müssen vorerst mit einem Etat zwischen drei und dreieinhalb Millionen Euro pro Saison auskommen. Ist das machbar?

Das ist jedes Jahr aufs Neue sehr schwierig, weil alles auf Kante genäht ist und nirgends etwas dazwischenkommen darf.

Also keine zusätzlichen Kosten – wie ein Trainerwechsel?

Zum Beispiel.

Edgar Schmitt ist nun bereits der dritte Trainer innerhalb eines Jahres. Was macht Sie so sicher, dass es diesmal auf längere Sicht die richtige Wahl ist?

Weil er Begeisterung in der Mannschaft weckt – und das auch vorlebt. Und er es schafft, die Spieler so zu motivieren, dass sie wieder an ihre Stärken glauben. Und ich ganz sicher bin, dass wir, wenn die Saison zu Ende ist, mindestens drei Mannschaften hinter uns lassen.

Der Trainer hat den Wunsch geäußert, im Winter Verstärkung zu bekommen. Kann er das Präsidium motivieren, diesen zu erfüllen?

Wir haben das sehr wohl vernommen und werden sehen, ob das möglich ist. Aber versprechen kann ich das heute nicht. Das hängt von den Rahmendaten ab, wie sich wer noch engagieren möchte. Und ob wir eventuell Abgänge haben. Das planen wir zwar nicht, aber wir sind natürlich gesprächsbereit, wenn sich ein Spieler verändern möchte.

Beim Stichwort Engagement fällt uns der Vertrag mit der Agentur Event Sport Marketing in Leonberg ein. Da hört man wenig Erfolgsmeldungen. Warum?

Das läuft sicher für beide Seiten nicht zufriedenstellend. Aber auch da muss man die weitere Saison abwarten. Unsere Marketingeinnahmen insgesamt haben wir gesteigert, damit sind wir sehr zufrieden.

Weniger zufriedenstellend ist der Stadionumbau, der zunächst um zwei Jahre aufgeschoben wurde. Inwieweit belastet das die Planungen der Kickers?

Um es klar zu sagen: das belastet uns sehr, weil wir – Stand heute – für die nächste Saison in der dritten Liga keine geeignete Spielstätte haben. Und der DFB wird sicher nicht im Vorbeigehen sagen: dann spielt ihr halt so weiter.

Die Alternative wäre ja nur Mercedes-Benz-Arena, Reutlingen – oder?

Die Alternative wäre im Endeffekt, gar nicht für die dritte Liga zu melden, aber das kann“s ja wohl nicht sein. Deshalb wird es am Donnerstag ein Gespräch mit den Entscheidungsträgern des DFB geben. Wir müssen Klarheit haben, ob wir nochmal eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Und zwar nicht erst im März, April – sondern zeitnah.

Wird auf der Hauptversammlung der alte und neue Vorstand komplett entlastet, also inklusive des Expräsidenten Hans Kullen, der gegen Jena auf der Tribüne saß?

Das hoffe ich und wünsche ich mir – und ich wüsste auch nicht, was dagegen spricht.

Sind denn beim Thema Satzungsänderung größere Änderungen zu erwarten?

Wir haben Satzungsänderungen vorbereitet, aber das sind eher Feinheiten, keine drastischen Dinge, wie eine Reduzierung des Aufsichtsrats. Und es gibt Anträge, die eher im weltanschaulichen Bereich liegen, von denen ich der Meinung bin, dass sie unsere Satzung schon hergibt.

Der Vertrag mit dem Hauptsponsor ist bereits verlängert worden, für die dritte Liga. Trotzdem gibt immer wieder Stimmen, die sagen, es ist zu wenig Geld.

Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir hatten eine klare Zielvorgabe, die haben wir erreicht, und es ist eine faire Lösung für beide Seiten. Der Hauptsponsor hat einen erstklassigen Vermarktungsbereich, weil vor allem der TV-Sektor über den Erwartungen liegt. Wir haben regelmäßig Sendezeiten zwischen 18 und 18.30 Uhr bei vier Millionen Menschen, mit einem Kernbereich der männlichen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahre.

Wären die jetzt angekündigten gut 200 000 Euro Mehreinnahmen pro Saison aus dem Fernsehvertrag eine Summe, bei der Sie sagen: damit können wir leben?

Es ist immer noch weit von dem entfernt, was ich für angemessen halte. Vor allem, wenn man die Sendezeiten im dritten Programm, aber erst recht in der ARD sieht. Das einzige, wo wir keine größere Verbreitung haben, ist das ZDF. Mit 500 000, 600 000 oder auch 800 000 Euro ist das nicht gerecht honoriert; es müsste zumindest eine siebenstellige Summe sein.

Zumal der Forderungskatalog des DFB, zum Beispiel in Sachen Stadion, schon sehr nahe an der zweiten Liga ist.

Und der nächste Punkt ist die Jugendarbeit, wo Professionalisierung gefordert wird. Aber wenn ich Professionalisierung fordere, dann muss ich sehen, dass es Geld kostet, und zwar massiv Geld.

Wie weit ist man in Sachen des von 2010/11 an geforderten Jugendinternats?

Wir arbeiten daran. Wir sind zwar aus der A- und B-Junioren-Bundesliga abgestiegen, aber da wollen wir auf Sicht natürlich wieder hin. Nur konkurrieren wir dann mit Mannschaften, die einen Jugendetat haben, wie wir einen Gesamtetat.

Und wie sieht es mit dem Jugendkoordinator Zoltan Sebescen aus, um dessen Aufgaben es immer mal wieder Diskussionen gegeben hat?

Er hat uns davon in Kenntnis gesetzt, dass er sich in absehbarer Zeit beruflich verändern will. Deshalb muss man hier abwarten.

Auch wenn aktuell keine Neuwahlen anstehen: wie lange wollen Sie noch den Job des ehrenamtlichen Präsidenten der Stuttgarter Kickers machen?

Wenn“s jemand anders machen möchte und mit großem finanziellen Engagement an die Sache geht, dann bin ich auch bereit, das Amt außerplanmäßig abzugeben. Ansonsten ist es einfach so, dass wir uns vorgegeben haben, in einer Art Schicksalsgemeinschaft mit dem Aufsichtsrat, die Konsolidierung des Vereins voranzutreiben. Das ist eine Herkulesaufgabe. Was die Altverbindlichkeiten angeht, haben wir große Erfolge erreicht. Allerdings ist es sehr schwierig, das Ganze mit einem wirtschaftlich einträglichen Geschäftsbetrieb am Laufen zu halten.

Insofern wäre ein Weiterkommen im WFV-Pokal sicher hilfreich gewesen?

Vielleicht schafft es ja unsere zweite Mannschaft – die noch im laufenden Wettbewerb vertreten ist.

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Präsident Eichelbaum im Interview

„Die Not schweißt zusammen“

Stuttgart – Die sportliche Situation beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers ist prekär, die Finanzlage wie immer angespannt. Dennoch blickt Präsident Dirk Eichelbaum der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 26. November (19 Uhr/Kickers-Vereinsheim), gelassen entgegen.

Herr Eichelbaum, die Steilvorlage der Mannschaft für die Mitgliederversammlung blieb aus. Wie sehr tut das 0:3 gegen Jena weh?

Dieses Spiel ging leider total in die Hose. Und der Zeitpunkt der Niederlage war der denkbar ungünstigste.

Erwarten Sie eine turbulente Versammlung?

Nein, ich sehe dafür keine Ansatzpunkte. Die Mannschaft befindet sich nach dem Trainerwechsel, trotz des Rückschlags, auf einem guten Weg. Und finanziell können wir für das Geschäftsjahr 2007/08 einen Gewinn vermelden.

Sind Sie stolz auf diese 170.000 Euro?

Stolz nicht, da dieser Gewinn auf einen Sondereffekt zurückzuführen ist – die Einführung der Beteiligungs GmbH & Co. KG. Dies lässt sich nicht beliebig wiederholen.

Also droht in der einnahmefreien Winterpause wieder ein Liquiditätsengpass?

Derzeit nicht, aber wir haben einen auf der Kante genähten Etat und müssen ständig versuchen, neue Sponsoren zu generieren.

Stimmt es, dass Ex-Präsidiumsmitglied Walter Kelsch sein Darlehen in Höhe von 50.000 Euro zum 31. Januar 2009 gekündigt hat?

Das ist leider richtig. Wir wundern uns nur, weil er vor einem Jahr der Initiator dafür war, dass die Gremiumsmitglieder den Verein finanziell unterstützen.

Besteht denn in Anbetracht der angespannten Finanzlage überhaupt die Chance auf Verstärkungen in der Winterpause?

Ohne Spielerabgänge oder Sponsoren geht absolut nichts. Was mich allerdings optimistisch stimmt: Bisher hat sich bei den Blauen diesbezüglich immer etwas getan.

Der drohende sportliche und finanzielle Exitus ist ein ständiger Begleiter der Kickers. Worin liegt für Sie eigentlich der Reiz, das Präsidentenamt auszuüben?

Der Reiz war von Anfang an, einen als unsanierbar geltenden Club doch zu sanieren. Was die Altverbindlichkeiten betrifft, ist uns das gut gelungen. Die Not schweißt zusammen, wir in der Führungsetage verstehen uns als Schicksalsgemeinschaft.

Die bei einem sportlichen Abstieg am Saisonende das Ende der Kickers verkündet?

Nicht zwingend das Ende des Vereins, aber das Ende professioneller Strukturen. Wir könnten dann mit einer verstärkten Amateurmannschaft im ADM-Sportpark spielen – und ich sehe schon die Schlagzeilen: Gipfel der Schande – Ex-Bundesligist in der Regionalliga. Aber so weit wird es nicht kommen.

Wie groß sind Ihre Sorgen, dass Ihnen die Stadt wegen der aufgeschobenen Stadionmodernisierung einen Strich durch die Rechnung macht?

Sehr groß. Stand heute hätten wir keine Spielstätte für die nächste Saison. Was mir nicht in den Kopf will, ist die Argumentation der Stadt, die unsere Situation mit der in Aue, Emden und Regensburg vergleicht. Dabei müsste für Stuttgart Frankfurt der Maßstab sein. Und dort bekommt der FSV ein Stadion für 16 bis 17 Millionen Euro.

Die Sicherheitsauflagen sollen aber doch sofort erfüllt werden – reicht dies dem DFB nicht für die Lizenzerteilung?

Wenn das so wäre, möchte ich das schriftlich.

Haben Sie für sich entschieden, wie lange Sie Präsident bleiben möchten?

Axel Dünnwald-Metzler hat auf die Frage, wie man Millionär wird, mal gesagt: Man muss als Multimillionär Kickers-Präsident werden. Ich will zeigen, dass es auch anders geht und möchte den Club komplett sanieren. Wenn das Amt danach jemand anderer ausüben möchte, gebe ich es gerne ab.

Jürgen Frey, Gunter Barner

Stuttgarter Nachrichten

Vorberichte Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart II

Heute Drittligaderby in Degerloch

Gambo bestreitet sein 100. Spiel
STUTTGART (ump). Die Karten für das Derby in der dritten Fußballliga sind noch nicht knapp, dafür aber die Parkplätze. Weil heute Abend unterm Fernsehturm nahezu zeitgleich zum Fußballspiel der Stuttgarter Kickers gegen den VfB II (19 Uhr) auch noch die Feier zum 100-Jahr-Jubiläum von Degerloch stattfindet, bitten die Kickers die Zuschauer zwar zahlreich zu kommen – aber möglichst mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Zu dem Festakt ist übrigens auch die Kickers-Führungsspitze eingeladen, so dass zumindest der Präsident Dirk Eichelbaum das Spiel nicht live verfolgen kann. Um die Chancengleichheit zu wahren, sagte auch sein VfB-Kollege Erwin Staudt aus Termingründen ab. Dennoch hoffen die Kickers auf 5000 Zuschauer – und drei Punkte.

Der erste Sieg soll also her, wobei der Trainer Edgar Schmitt trotz des Respekts für den Gegner optimistisch ist. „Die Mannschaft zieht in der Richtung mit, in die wir wollen“, sagt Schmitt nach bisher zwei Unentschieden. Er setzt voll und ganz auf seine Spielweise: „Wir können zu Hause doch gar nicht anders als nach vorne zu agieren.“ Und wenn es dann trotzdem nicht klappt, sollen die Zuschauer wenigstens ein gutes Spiel sehen.

Zu dem will auch der VfB seinen Teil beitragen, obwohl die Vorbereitung nicht so ideal war, weil viele Spieler unter der Woche bei diversen Junioren-Nationalteams unterwegs waren und erst gestern Mittag wieder in Cannstatt eintrafen. Die Kickers dagegen haben das Training nach der vergangenen harten Woche mit neun bis zehn Einheiten etwas gedrosselt, werden aber auch heute Morgen nochmals eine Übungseinheit absolvieren. „Danach kann ich auch genau sagen, wie die Mannschaft aussieht“, sagt Schmitt.

Große Änderungen dürfte es nicht geben, sieht man einmal davon ab, dass Marcus Mann nach seiner Sperre wieder in die Innenverteidigung rückt, wahrscheinlich neben Jens Härter, der den Vorzug vor Marcel Rapp bekommen könnte. Der Neuzugang Orlando Smeekes sitzt nach Trainingsrückstand nur auf der Bank, als Joker. Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter Angelo Vaccaro, der heute sein 50. Spiel für die Kickers bestreiten würde – Bashiru Gambo sein 100. Wenn das nicht zum Jubiläum in Degerloch passt.

Stuttgarter Zeitung

Kickers werden sich nicht vor VfB verstecken
Trainer Schmitt setzt im Drittliga-Derby voll auf Angriff – Adrion mit wenig Spielern in der Vorbereitung

Stuttgart – Derby-Zeit auf der Waldau: Am heutigen Freitag (19 Uhr) ist der VfB Stuttgart II zu Gast bei den Stuttgarter Kickers. Die Blauen stehen dabei ganz besonders unter Druck – es muss so langsam der erste Saisonsieg in der dritten Liga her.

VON JÜRGEN KEMMNER

Wegen Überfüllung schließen muss Edgar Schmitt seine Übungseinheiten noch nicht. Die Verletztenliste der Kickers passte zeitweise auf kein DIN-A5-Blatt, allmählich füllt sich die Kabine vor dem Training wieder. „Ich habe jetzt 20 Mann im Kader“, freute sich Schmitt, „das ist erfreulich, besonders da das Derby gegen den VfB auf dem Programm steht.“ Derzeit sind Sasa Janic, Jörn Schmiedel, Franco Petruso, Gino Russo und Ralf Kettemann noch nicht gesund, Angelo Vaccaros Einsatz entscheidet sich am Spieltag. Marco Tucci und Markus Ortlieb stehen Schmitt zur Verfügung, Orlando Smeekes sitzt als Joker auf der Bank.

Der Coach verbreitet Optimismus, auch wenn sein Team noch ohne Sieg dasteht und am Tabellenende darbt. Bald ist der erste Erfolg fällig, und den sollen die Blauen im Hurrastil erobern. Warum nicht gegen die Roten aus Cannstatt? „Wir spielen in unserem Stadion“, betont Schmitt, „wir werden die Partie offensiv und dynamisch angehen – und wir werden uns nicht vor dem VfB verstecken.“ Insgeheim hofft der Ex-Stürmer, dass sich seine Schützlinge so präsentieren wie in den ersten 30 Minuten beim 3:3 gegen den FC Bayern II („Das war überragend“), und dass sie nicht schon nach 80, sondern erst nach 90 Minuten mit der Gegenwehr aufhören. „Wir werden die Schlussschwäche immer weiter nach hinten schieben“, verspricht Schmitt, der sein Team deshalb in der vergangenen Woche sehr hart rangenommen hat.

Beim VfB fühlte sich Trainer Rainer Adrion zuletzt auch beinahe ein wenig einsam. Patrick Funk und Sebastian Rudy waren mit dem U-19-Aufgebot des DFB unterwegs, sieben weitere Akteure waren für die württembergische Auswahl beim Länderpokal im Einsatz. „Die Spieler müssen den Schalter umlegen“, fordert Adrion, „das ist wie für die Profis von der Champions League oder dem Uefa-Cup auf die Bundesliga.“ Die einzige gemeinsame Trainingseinheit vor dem Stadtderby war am gestrigen Donnerstag. Höchstwahrscheinlich wird der Coach Rudy, der drei Spiele über 90 Minuten im DFB-Trikot bestritten hat, eine kleine Verschnaufpause gönnen. Auch Christian Träsch, zuletzt bei den Profis gegen Bremen am Ball, kehrt gegen die Blauen nicht ins Drittliga-Team zurück.

Die Kickers wollen offensiv ausgerichtet auftreten, der VfB hat ebenfalls eine muntere Abteilung Attacke – keine Drittliga-Mannschaft hat mehr Treffer erzielt als die Roten: In neun Spielen gab es 20 Toren für den VfB. Es könnte ein ziemlich abwechslungsreiches Spiel für die Zuschauer werden. „Wir hoffen auf 5000 Leute im Stadion“, sagt Kickers-Manager Joachim Cast. Den Zuschauern wird jedoch geraten, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen – die Parkplatzsituation unterm Fernsehturm ist an diesem Abend extrem angespannt. Bereits um 18 Uhr beginnt im SSB-Zentrum auf der Waldau der Festakt 100 Jahre Eingemeindung Degerlochs nach Stuttgart mit 500 geladenen Gästen.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers gehen mit Gute-Laune-Strategie ins Derby

Trainer Edgar Schmitt rechnet voller Zuversicht mit dem ersten Saisonsieg – VfB-II-Coach Rainer Adrion lehnt die Favoritenrolle ab

Stuttgart – Nach zwei Wochen Pause rollt in der dritten Fußball-Liga wieder der Ball. Eröffnet wird der zehnte Spieltag heute (19 Uhr) mit dem Stuttgarter Stadt-Derby zwischen den Kickers und dem VfB II. „Es wird ein gutes Spiel mit einer unglücklichen Niederlage für den VfB II“, übt sich Kickers-Coach Edgar Schmitt in Zuversicht.

Von Beate Wockenfuß

Glaubt man dem Trainer, könnten die Voraussetzungen für das Prestige-Duell bei seiner Mannschaft nicht besser sein. Statt wie zuletzt ständig über den mangelhaften Fitnesszustand der Spieler zu klagen, fuhr Schmitt gestern eine betont optimistische Gute-Laune-Strategie. „Alles ist gut“, erklärte er mehrfach gelassen und wies strahlend auf „tägliche Fortschritte“ hin. Das lange Warten des Tabellenschlusslichts auf den ersten Sieg in dieser Saison soll heute endlich beendet werden. „Wir spielen zu Hause, das ist unser Stadion“, machte der Coach deutlich, dass er gegen den VfB II, der seine Heimspiele seit dieser Saison ebenfalls auf der Waldau austrägt, erneut voll auf Offensive setzt. Damit den Spielern nicht wie zuletzt des Öfteren bereits nach 80 Minuten die Luft aus- und der mögliche Sieg flöten geht, wurde in den vergangenen beiden Wochen hart an der Kondition gearbeitet. „Vielleicht hält das Team diesmal fünf Minuten länger durch“, witzelte der Trainer und baute mit einer Durchhalteparole einem eventuellen erneuten Dämpfer gleich vor: „Wenn wir nicht gewinnen, aber alles gegeben haben, ist das okay. Dann klappt es eben im nächsten Spiel.“Dass die Kickers noch eine Woche auf ihren ersten Dreier warten müssen, dafür will der VfB II sorgen. Von der Papierform her ist die Favoritenrolle eindeutig an den Tabellenneunten vergeben. Von einem Pflichtsieg mag Rainer Adrion dennoch nicht reden. „So an die Partie heran zu gehen, wäre schon der erste Fehler“, sagte der VfB-Coach, der damit rechnet, dass die Kickers im Derby die Reißlinie ziehen wollen. „Sie haben sich unter ihrem neuen Trainer gesteigert und jetzt noch mal zwei Wochen Zeit gehabt, die Mängel abzustellen“, begründete er. Zwar kam der VfB II in der neuen Liga bisher besser zurecht. Aber mit Blick auf die jüngste 1:2-Heimpleite gegen den SC Paderborn warnte Adrion: „Wir haben uns noch nicht ganz stabilisiert und müssen aufpassen, dass wir nicht in negatives Fahrwasser kommen.“Die personelle Ausgangslage ist bei beiden Teams ähnlich. Während bei den „Blauen“ die Verletzten Sasa Janic, Jörn Schmiedel, Franco Petruso und Ralf Kettemann ausfallen, müssen bei den „Roten“ Joachim Schwabe, Martin Dausch, Robin Schuster und Sebastian Hofmann verletzt passen. Auf einen Einsatz von Sebastian Rudy, der für die U-19-Nationalmannschaft dieser Tage drei Mal 90 Minuten gespielt hat, macht sich Adrion keine großen Hoffnungen. Und Christian Träsch wird wohl erneut im Kader der ersten Mannschaft stehen. Das letzte Aufeinandertreffen am 24. Mai ist noch gut in Erinnerung. Schließlich half das 1:1 am vorletzten Regionalliga-Spieltag den Kickers, noch den Sprung in die dritte Liga zu schaffen. Träsch hatte in der 86. Minute einen Elfmeter verschossen und damit den Siegtreffer vergeben. „Das war keine Absicht“, beteuerte Adrion, während Kickers-Manager Joachim Cast meinte: „Das Remis hatte uns sicher am Leben gehalten.“ Wie damals (7190 Zuschauer) wird auch heute wieder mit einer großen Kulisse gerechnet. Daher bitten die Vereine ihre Fans, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen.

So wollen sie spielen
Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Landeka – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

VfB Stuttgart II: Ulreich – Feisthammel, Pisot, Kovacevic, Enderle – Ikeng, Funk, Didavi – Rahn, Schipplock, Schieber.

Eßlinger Zeitung

Vorberichte FC Bayern München II – Stuttgarter Kickers

Mutig nach München

Der Kickers-Trainer Edgar Schmitt denkt nicht nur kurzfristig

STUTTGART (ump). So ein Feiertag hat doch sein Gutes. Jedenfalls konnte das Präsidium des Drittligisten Stuttgarter Kickers gestern erstmals in Vollbesetzung – neben Präsident Eichelbaum noch Friedrich Kummer, Edgar Kurz und Dieter Wahl – dem neuen Trainer Edgar Schmitt nach dem Training seinen Einstandsbesuch geben. Und Dirk Eichelbaum sagte anschließend: „Wir haben mit Freude vernommen, dass es ihm bei uns gefällt.“ Erst recht natürlich, nachdem Schmitt in Co-Trainer Kraft auch noch seinen Wunschkandidaten bekommen hat, den er schon aus Aalen kennt. Das erleichtert die Arbeit. „Er braucht keine große Einweisungen, er kennt meine Philosophie.“

Auch der Mannschaft wird die nach und nach verinnerlicht. Nach der zweiten Trainigswoche jedenfalls hat Edgar Schmitt den Eindruck, „dass die Spieler so langsam wissen, was ich von ihnen verlange.“ Vor allem Laufbereitschaft und Dynamik, gepaart mit spielerischen Elementen. Schmitt denkt dabei nicht kurzfristig, sondern mittelfristig, in diesem Fall einmal bis zur Winterpause. „In diesen drei Monaten wollen wir Stück für Stück zulegen.“ Wobei ein Erfolgserlebnis schon morgen (14 Uhr) bei Bayern München II deshalb nicht verboten ist. „Wir brauchen auch vor diesem Gegner keine Angst haben“, sagt Schmitt, der deshalb nach wie vor auf zwei Stürmer (Vaccaro, Schürg) setzt, während in der Abwehr Jens Härter den gesperrten Marcus Mann ersetzen wird. Nachdem Schmiedel, Janic, Kettemann, Russo und möglicherweise auch Tucci weiter ausfallen werden, sollen Orlando Schmeekes und Markus Ortlieb, die gestern erstmals wieder mit der Mannschaft trainierten, auf jeden Fall die Reise nach München mitmachen.

Die beginnt im Übrigen erst morgen früh, die 200 Kilometer sind für den neuen Trainer kein Grund, einen Tag früher anzureisen. „Das ist mir lieber, als den ganzen Abend im Hotel rumzuhängen“, sagt Schmitt, nicht nur aus finanziellen Gründen. Dabei kann sich die Kickers-Bilanz des abgelaufenen Geschäftsjahres durchaus sehen lassen. „Wir haben die Saison mit einem Plus von etwa 170 000 Euro abgeschlossen“, sagt der Schatzmeister Kummer. Wobei Eichelbaum deswegen nicht gleich in Euphorie verfällt: „Weniger wird es von alleine“, sagt der Präsident. Dafür sorgt in diesem Fall auch der Trainerwechsel. Zumal noch nicht klar ist, inwieweit der bisherige Assistent Alexander Malchow weiterbeschäftigt wird. „Darüber werden wir demnächst reden“, so Manager Joachim Cast.

Stuttgarter Zeitung

Kickers reisen mutig nach München

Trainer Schmitt hofft gegen Bayern II auf neues Wir-Gefühl seines Teams

Stuttgart – Mit geballter Kraft gehen die Stuttgarter Kickers das Auswärtsspiel in der dritten Liga am Sonntag (14 Uhr) bei Bayern München II an. Das gesamte Präsidium, Manager Achim Cast und das Trainerteam schworen sich in einer Sitzung nach dem Training auf die schwere Aufgabe ein.

VON JÜRGEN KEMMNER

Wenn das Spiel im Stadion an der Grünwalder Straße so endet wie das Treffen der Kickers-Strategen, dann ist die blaue Welt auch am Sonntagnachmittag noch in Ordnung. „Alles wunderbar“, sagten alle auf der Waldau im Chor und strahlten um die Wette. Die Trainer sind mit ihren Möglichkeiten rundum zufrieden – das Präsidium traut Chefcoach Edgar Schmitt und dessen Assistent Rainer Kraft jede Menge zu. Auch einen Erfolg bei der Zweiten des deutschen Rekordmeisters. Alle sind von einer positiven Grundstimmung erfasst, die Trainer Schmitt so zusammenfasst: „Wir hatten eine gute Woche, wir haben das Training angezogen, jeder hat mitgezogen. Jetzt fahren wir mit Spaß nach München.“

Die Gaudi soll schon am Sonntagvormittag auf der A 8 im Mannschaftsbus beginnen. Auf der Fahrt nach München soll sich im Bus „ein Wir-Gefühl“ (Schmitt) entwickeln. Deshalb verzichtete der Kickers-Trainer darauf, bereits am Samstag anzureisen. Im Hotel sei jeder für sich, so Schmitt, das sei genau das Gegenteil von dem, was er anstrebt. Er will auf dem Platz ein Kollektiv sehen, das von Spielfreude, Dynamik, Laufbereitschaft und Mut getragen wird.

Aus diesem Grund setzt Edgar Schmitt auch in München auf die Sturmvariante mit zwei echten Spitzen (Angelo Vaccaro und Michael Schürg). „Sonst denken die, wir haben Angst. Aber wir haben keine Angst“, sagt Schmitt, der in der Innenverteidigung den gelbgesperrten Marcus Mann durch Jens Härter ersetzt. „Es wäre schön, wenn wir einen Sieg landen könnten“, sinniert Schmitt. Es würde den Blauen wirklich guttun. Denn selten waren Erfolgsmeldungen wichtiger. Eine gute Nachricht kam schon mal von Präsident Dirk Eichelbaum: Bei der Hauptversammlung am 26. November wird er verkünden, dass das zurückliegende Geschäftsjahr mit einem Plus von rund 175 000 Euro abgeschlossen wurde.

Stuttgarter Nachrichten

Kickers furchtlos nach München

Stuttgart (hag) – Auf dem Papier sieht die Lage bedrohlich aus: Die Stuttgarter Kickers, Tabellenletzter der dritten Fußball-Liga, müssen morgen (14 Uhr) beim siebtplatzierten FC Bayern München II bestehen, der nach acht Spieltagen bereits 13 Punkte mehr auf dem Konto hat als die Schwaben. Die noch sieglosen Kickers legen vor der harten Auswärtspartie jedoch Selbstbewusstsein an den Tag. Das Team fährt laut Pressesprecher Frank Pfauth „sehr optimistisch“ nach München und will sich vom großen Namen des Gegners nicht beeindrucken lassen. Zuletzt habe die Mannschaft so intensiv trainiert, dass Trainer Edgar Schmitt den Spielern am Donnerstag frei gab. Vor der Reise nach Bayern gab es ein dickes Lob von höchster Stelle: Das komplette Präsidium hat laut Pfauth das Team beobachtet und sich „sehr angetan“ von dessen Zustand gezeigt.

Den ersten Saisonsieg wollen die Kickers mit dem Sturm-Duo Angelo Vaccaro und Michael Schürg einfahren, das Schmitt bei seinem Debüt vergangenen Samstag überzeugt hat. In der Innenverteidigung setzt der Coach auf Marcel Rapp sowie Jens Härter, der Marcus Mann (5. Gelbe Karte) ersetzen soll. Ob der zuletzt angeschlagene Neuzugang Orlando Smeekes mitwirken kann, entscheidet sich kurzfristig. Weiter fehlen werden Ralf Kettemann, Jörn Schmiedel und Sasa Janic.

So wollen sie spielen: Salz – Deigendesch, Rapp, Härter, Landeka – Traut, Rosen, Gambo, Reiß – Schürg, Vaccaro.

Eßlinger Zeitung

Presse zu Rot-Weiß Erfurt – Stuttgarter Kickers und zum neuen Trainer Edgar Schmitt

Minkwitz ist weg und Schmitt schon daDer Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers vollzieht den Trainerwechsel – Björn Hinck soll neuer Assistent werden

STUTTGART. Auch die beste Saisonleistung hat den Trainer Stefan Minkwitz nicht mehr im Amt gehalten. Einen Tag nach der 2:3-Niederlage in Erfurt stellten die Stuttgarter Kickers Edgar Schmitt als ihren neuen Trainer vor.

Von Joachim Klumpp

Spiel aus – Minkwitz raus. Ganz so schnell schossen die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers zwar nicht, aber wer die Worte des Präsidenten Dirk Eichelbaum am Samstag unmittelbar nach der 2:3-Niederlage in Erfurt richtig deutete, der wusste schon, dass der Trainerwechsel nur eine Frage von Stunden ist. Auf der Rückfahrt von Thüringen hatte der Clubchef zusammen mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Rainer Lorz und dessen Stellvertreter Christian Dinkelacker denn auch genug Zeit, die letzten Details für eine Trennung durchzugehen. Die Einladung zur Pressekonferenz kam gestern also wenig überraschend, der Name des Nachfolgers ebenfalls: Edgar Schmitt soll“s richten.

Der 45-Jährige, der wegen seiner vier Treffer beim denkwürdigen 7:0-Sieg des Karlsruher SC gegen Valencia „Euro-Eddy“ genannt wird, wird morgen Vormittag erstmals das Training leiten. Mit wem an seiner Seite, das ist noch offen. „Wir haben uns aber aus gewissen Gründen für eine interne Lösung entschieden“, sagte Schmitt. Die Rochade könnte so aussehen, dass der bisherige Amateurtrainer Björn Hinck zum „Co“ aufrückt und Hincks Posten in der Oberliga vom bisherigen Minkwitz-Assistenten Alexander Malchow übernommen wird. „Das muss aber mit den betreffenden Personen noch endgültig abgeklärt werden“, sagte Eichelbaum gestern zu der angedachten Variante.

Minkwitz selbst ist offiziell beurlaubt, wie es im Juristendeutsch so schön heißt, schließlich besitzt er noch einen gültigen Kontrakt bis zum 30. Juni 2009, nachdem ursprünglich immer von einem Zweijahresvertrag gesprochen wurde. Doch der existierte nur per Option. Dennoch stehen dem 40-Jährigen bis Saisonende rund 50 000 Euro zu, die der Verein nun entweder an anderer Stelle einsparen (was schwierig werden dürfte) oder aber durch zusätzliche Einnahmen finanzieren muss. Im Zweifel dürften die Macher – zumindest vorübergehend – selbst einspringen. Wie sagte Christian Dinkelacker zuletzt: „An der finanziellen Seite darf ein Trainerwechsel nicht scheitern.“

Minkwitz hatte in Anbetracht des Schlüsselspiels in Erfurt nochmals alle Register gezogen, auf eine Dreierabwehrkette umgestellt und Gambo als zweite Sturmspitze nominiert. Das führte dazu, dass die Kickers ihr bestes Saisonspiel zeigten, durch individuelle Fehler aber letztlich – wie schon in Regensburg und gegen Aue – mit leeren Händen dastanden. Auch die Worte des Kollegen Karsten Baumann halfen da nichts mehr, der sagte: „Wir waren diesmal nicht besser, aber glücklicher.“

„Aber spätestens das Spiel in Erfurt hat gezeigt, dass ich eine intakte Mannschaft hinterlasse“, sagte Minkwitz, der nun erst einmal zwei Wochen im Urlaub abschalten möchte. Eine weiteres Engagement bei den Kickers ist zwar nicht komplett ausgeschlossen, scheint aber recht unwahrscheinlich.

Edgar Schmitt stand jedenfalls bereits in den Startlöchern, nachdem er inzwischen auch seinen Auflösungsvertrag beim Exclub VfR Aalen unterschrieben hat. „Mir war wichtig, dass diese Dinge geklärt sind“, sagte Eichelbaum. Schmitts Vertrag bei den Kickers läuft bis zum Saisonende, wobei er sich im Fall des Nichtabstiegs automatisch um ein Jahr verlängert. „Es wird zwar schwer, aber ich bin überzeugt, dass wir den Klassenverbleib schaffen werden“, sagte Schmitt, der die Mannschaft zuletzt beim 1:2 gegen Aue beobachtet hatte. „Eine unglückliche Niederlage“, meinte der frühere Topstürmer, der als seine Philosophie ausgibt: „Ich orientiere mich am englischen Fußball.“ Soll heißen: die Spieler müssen ständig in Bewegung sein und auch über die Flügel kommen.

Beim VfR Aalen ist dieses Konzept phasenweise voll aufgegangen, vergangene Saison belegte die Mannschaft zeitweise einen Aufstiegsplatz. Im Endeffekt wurde das Ziel zweite Liga aber verpasst, nicht zuletzt weil es intern Dissonanzen mit dem Sportlichen Leiter Helmut Dietterle gegeben hatte. Die drohen bei den Kickers nicht. Der Manager Cast sagt: „Ich bin immer loyal zum Trainer.“

RW Erfurt: Orlishausen – Schnetzler, Pohl (32. Möckel), Loose, Pinske – Wolf (72. Semmer), Cinaz, Rockenbach da Silva (84. Peßolat), Judt – Cannizzaro, Bunjaku.

Stuttgarter Kickers: Salz – Mann, Härter, Rapp – Traut, Rosen, Kettemann (83. Tucci), Prediger (83. Reiß), Landeka – Gambo (72. Smeekes), Schürg.

Stuttgarter Zeitung

„Frischer Wind“
Nachgefragt bei Dirk Eichelbaum

Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat gestern – nach der 2:3-Niederlage bei Rot-Weiß Erfurt – erwartungsgemäß seinen Trainer Stefan Minkwitz beurlaubt. „Das ist mir nicht leichtgefallen, aber wir konnten die sportliche Lage nicht ignorieren“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Eichelbaum, wie schwer ist es Ihnen gefallen, ein blaues Urgestein wie Stefan Minkwitz zu beurlauben?

Das war natürlich keine angenehme Aufgabe. In meinem Büro habe ich ein Bild vom 31. Mai hängen, das Stefan Minkwitz zusammen mit mir nach der erfolgreichen Drittligaqualifikation in Elversberg zeigt. Aber die hat letztendlich ebenso wenig gereicht wie seine lange Verbundenheit mit den Kickers, um die sportliche Lage mit sieben Spielen ohne Sieg zu ignorieren.

Hand aufs Herz: was wäre denn passiert, wenn Erfurt am Samstag in letzter Sekunde nicht noch ein Tor erzielt und das Spiel 2:2 ausgegangen wäre?

Sicher hätten wir in den Gremien dann noch einmal darüber sprechen müssen, aber die Tendenz wäre trotzdem zur Trennung gegangen. Wir haben schon so lange herumgemacht, irgendwann musste auch mal eine Entscheidung her.

Die die Kickers aber auch finanziell belastet. Wie werden Sie die zusätzlichen Ausgaben stemmen?

Zunächst einmal, indem uns Edgar Schmitt entgegengekommen ist. Und natürlich erhoffen wir durch seine Verpflichtung auch nochmals frischen Wind. Nicht nur sportlich, sondern so, dass sich das in zusätzlichen Marketingeinnahmen niederschlägt.

Was sprach gerade für Edgar Schmitt? Es waren ja auch noch andere Kandidaten auf dem Markt, beispielsweise der frühere Augsburger Rainer Hörgl.

Aber Herr Hörgl hat in seiner Augsburger Zeit zum Beispiel Angelo Vaccaro aussortiert gehabt, so dass wir dieses Thema erst gar nicht vertieft haben. Als Edgar Schmitt auf dem Markt war, wussten wir: er ist die richtige Adresse für uns – und wir auch für ihn. Seine offensive Spielweise beim VfR Aalen, der vergangene Saison zeitweise den attraktivsten Fußball der Regionalliga gezeigt hat, ist uns nicht entgangen und hat uns imponiert. Er war unsere absolute Wunschlösung.

Stuttgarter Zeitung

Trainerwechsel bei den Kickers

Reiz und Risiko
Von Joachim Klumpp

Die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers haben gestern das getan, was die Mannschaft in der dritten Liga viel zu selten gemacht hat: reagiert. Die Entlassung des Trainers Stefan Minkwitz ist letztendlich nur die logische Konsequenz aus dem schlechtesten Saisonstart seit Kickers-Gedenken, ohne Sieg in sieben Spielen. Irgendwann war eben selbst der Bonus der Qualifikation für die dritte Liga aufgebraucht, auch wenn der Auftritt in Erfurt durchaus Anlass zur Hoffnung gab.

Ob jetzt alles gut wird? Sicher bringt der Trainerwechsel zunächst einen Schub für die Mannschaft, vielleicht erzeugt er sogar eine Aufbruchstimmung im Umfeld. Eine Garantie auf Erfolg ist er natürlich nicht. Einmal ganz abgesehen von der Frage, inwieweit der Kader überhaupt die Qualität für die dritte Liga besitzt. Weil die Personalplanung auch in den Bereich des Managers fällt, hätten nicht wenige Fans Joachim Cast am liebsten gleich mit in die Wüste geschickt. Bei aller Kritik sollte dabei aber nicht vergessen werden, dass so ein Rundumschlag mitten in der Saison den Verein mit seinen ehrenamtlichen Funktionären an den Rand der Handlungsunfähigkeit gebracht – und am Ende niemandem geholfen hätte.

Dass in Edgar Schmitt bereits der dritte Trainer innerhalb von elf Monaten in Degerloch das Zepter schwingt, muss indes zu denken geben – auch den Verantwortlichen. Denn jeder Wechsel erzeugt Unruhe, ganz abgesehen von den finanziellen Belastungen, die bei den Kickers den Etat regelmäßig über Gebühr strapazieren. Dabei war es Schmitt zuletzt in Aalen gewohnt, personell und finanziell für Drittligaverhältnisse aus dem Vollen schöpfen zu können. In dieser Hinsicht wird er sich umstellen müssen. Das ist Reiz und Risiko der neuen Aufgabe zugleich.

Stuttgarter Zeitung

Kommen und Gehen
Kickers-Trainer seit dem Zweitligaabstieg:

Rainer Zobel bis 26. August 2001
Marcus Sorg 26.08.01 – 09.03.03
Rainer Adrion 10.03.03 – 27.10.03
Robin Dutt 28.10.03 – 30.06.07
Peter Zeidler 01.07.07 – 04.11.07
Stefan Minkwitz 04.11.07 – 21.09.08
Edgar Schmitt seit 21. September 2008

Stuttgarter Zeitung

Edgar Schmitt ergreift die Flucht nach vorne
Planspiele mit Björn Hinck als Kickers-Co-Trainer

Stuttgart – Dieser Trainerwechsel überraschte keinen mehr: Am Tag nach dem 2:3 bei Rot-Weiß Erfurt stellte Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers Edgar Schmitt als Nachfolger von Stefan Minkwitz vor. Assistent soll Oberligacoach Björn Hinck werden, dessen Amt Alexander Malchow übernehmen könnte.

VON JÜRGEN FREY

Rückendeckung kann bei dieser schweren Aufgabe nicht schaden: Edgar Schmitt erschien am gestrigen Sonntag bei seiner Vorstellung in einem Hotel in Bonlanden nicht nur mit seinem Berater, sondern auch mit seiner Lebensgefährtin samt Hund. Schmitt versprühte Optimismus: „Das Team ist jung und dynamisch, ich bin überzeugt, dass wir das primäre Ziel Nichtabstieg schaffen werden.“ In diesem Fall würde sich sein bis zum Saisonende laufender Vertrag automatisch um ein Jahr verlängern. Zunächst aber leitet der 45-Jährige am Dienstag um 10 Uhr erstmals das Training, am Samstag (14 Uhr/Gazistadion) gegen Kickers Emden feiert er sein Debüt auf der Kickers-Bank. Wie er die Blauen vor dem Absturz bewahren will? Der ehemalige Stürmer setzt auf Offensive: „Ich bin ein Verfechter der englischen Fußball-Philosophie“, erklärt der Ex-Profi, „ich will Leben auf dem Platz sehen und mit dem Team schnell und mutig nach vorne spielen.“ Von der Devise, erst einmal die wacklige Hintermannschaft zu stabilisieren, hält er wenig: „Wenn man zu sehr auf Sicherheit setzt, besteht die Gefahr, dass man nur darauf wartet, dass etwas passiert.“

Schmitt machte bei den Kickers das Rennen vor den derzeit vereinslosen Marc Fascher (zuletzt SF Siegen) und Rainer Hörgl (früher FC Augsburg). „Schmitt war unser Wunschkandidat“, stellte Präsident Dirk Eichelbaum klar, „er ist ein kommunikativer Typ, der für attraktiven Fußball steht. Beim VfR Aalen war seine Handschrift deutlich zu erkennen.“ Mit dem Drittligarivalen, bei dem er Ende August beurlaubt wurde, einigte sich Schmitt in der vergangenen Woche über die Auflösung des Vertrags. Die Abfindung soll bei rund 175 000 Euro liegen. Deshalb konnte Schmitt den Blauen auch finanziell entgegenkommen. Er nimmt Abstriche im Grundgehalt in Kauf – sein Vertrag ist stark erfolgsabhängig. „Die neue Konstellation ist eine Chance für mich – und die Kickers.“ Allerdings birgt sie auch Risiken. Die finanzielle Lage für die Blauen spitzt sich durch die zusätzliche Belastung weiter zu. Dennoch trug der Aufsichtsrat die Entscheidung mit: „Die Chancen, durch Erfolge neue Einnahmen zu bekommen, sehen wir als größer an als das Risiko, weiter im Tabellenkeller herumzudümpeln“, sagte Rainer Lorz, der Chef des Kontrollgremiums. Und sein Stellvertreter Christian Dinkelacker ergänzte: „Die Patrone Trainer ist nun weg, jetzt ist die Mannschaft in der Pflicht.“

Minkwitz wusste trotz der besten Saisonleistung in Erfurt bereits auf der Rückfahrt, was die Stunde geschlagen hatte. Entgegen sonstigen Gepflogenheiten durften sich die Spieler an einer Raststätte sogar ein Bierchen genehmigen. Auch nach der offiziellen Bekanntgabe der Trennung am Sonntag gab sich der 40-Jährige entspannt – und selbstkritisch: „Irgendwann musste der Verein handeln, ein Trainer wird an Punkten gemessen, und da hatte ich nichts vorzuweisen“, zeigte er Verständnis für die Beurlaubung, stellte aber auch klar: „Ich hinterlasse hier keinen Scherbenhaufen.“ Zunächst fliegt er erst einmal in den Urlaub. Es gilt als äußerst unwahrscheinlich, dass er bei den Blauen in anderer Funktion weitermacht. Ob sein bisheriger Assistent und Freund Alexander Malchow den Kickers erhalten bleibt, ist dagegen noch offen. Dem Verein schwebt vor, den 39-Jährigen als Trainer der Oberligaelf zu behalten. Er würde dort Björn Hinck ablösen, der als Co-Trainer von Schmitt ins Drittligateam aufrücken soll, aber noch Details mit seinem Arbeitgeber klären muss. Die interne Rochade hätte einen entscheidenden Vorteil: Die Kickers geben nicht noch mehr Geld aus, das sie nicht haben.

Stuttgarter Nachrichten

Der Strohhalm
VON JÜRGEN FREY

Es sind die Gesetzmäßigkeiten in diesem gnadenlosen, aber gut dotierten Geschäft: Im freien Fall sollte der Sportsfreund die Reißleine ziehen. Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat sich nach nur einem Zähler aus sieben Punktspielen und dem peinlichen Aus im WFV-Pokal daran gehalten. Die beste Saisonleistung beim 2:3 in Erfurt ändert nichts daran: Stefan Minkwitz ist beurlaubt. Das klingt, als hätten sie ihm 14 Tage auf den Kanaren spendiert, doch die Wirklichkeit ist rauer. Die Blauen sind in Gefahr.

Aus diesem Grund kam die Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen, nicht überraschend. Der glücklose Minkwitz hat seit Saisonbeginn alle Möglichkeiten ausgereizt, zweimal stellte er das System um, unterm Strich ohne zählbaren Erfolg. Der Glaube, in der bisherigen Konstellation Trainer/Mannschaft etwas zu bewegen, sank mit jedem verlorenen Spiel. Schon allein deshalb ist es richtig, auf einen neuen Mann zu setzen, der mit einer anderen Ansprache versucht, frische Kräfte zu mobilisieren.

Ob die Qualität der Mannschaft reicht, ist eine andere Frage. Daher wäre es fahrlässig, die Schuld an der Misere ausschließlich auf den Trainer abzuwälzen. Die Probleme liegen tiefer. Die Spiele verlor eine Mannschaft, die von allen Beteiligten zusammengestellt wurde. Minkwitz hat Wünsche geäußert; erfüllt – oder im Fall von Mirnes Mesic eben auch nicht – wurden sie von Manager Joachim Cast und vom Präsidium. In der Vereins- und Personalpolitik der Blauen reiht sich seit Jahren ein Fehlgriff an den anderen. Außerdem fehlen schlüssige Konzepte und Ideen – auch um die finanzielle Schieflage in den Griff zu bekommen. Der Trainerwechsel ist deshalb nicht mehr als das Klammern an einen Strohhalm.

Stuttgarter Nachrichten

Der „Wunschkandidat“ übernimmt

Die Kickers trennen sich nach dem 2:3 gegen Erfurt von Trainer Stefan Minkwitz und holen Edgar Schmitt

Stuttgart – Nach dem wochenlangen Hin und Her ging es nun doch recht schnell: Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hat gestern Vormittag Trainer Stefan Minkwitz beurlaubt und am Nachmittag bereits Edgar Schmitt als Nachfolger präsentiert. Damit reagierte die Vereinsführung auf die sportliche Talfahrt, die sich auch am Samstag mit der 2:3 (1:1)-Auswärtsniederlage gegen den FC Rot-Weiß Erfurt fortsetzte.

Von Beate Wockenfuß

Gestern um 14.36 Uhr erschien Präsident Dirk Eichelbaum mit gelöstem Lächeln auf der eilig einberufenen Pressekonferenz. Ihm folgte – und das war zu diesem Zeitpunkt schon lange keine Überraschung mehr – Schmitt. Dass der frühere Profi des Karlsruher SC das Amt des Chef-Trainers bei den „Blauen“ übernehmen würde, war bereits am Samstagabend direkt nach der sechsten Niederlage der Kickers im siebten Saisonspiel zu erwarten. Vor Fernsehkameras wurde Eichelbaum noch in Erfurt mit dem Namen Schmitt konfrontiert und vermochte nicht wirklich, die Spekulationen um einen sofortigen Trainerwechsel auszuräumen. Man könne als Tabellenletzter mit nur einem Punkt auf dem Konto nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen, erklärte er da noch und fügte leicht irritiert hinzu: „Edgar Schmitt ist sicherlich ein geeigneter Kandidat, ääh wäre.“Noch am selben Abend wurde die seit einer Woche vorbereitete Wachablösung per Telefon perfekt gemacht. Der 45-Jährige unterschrieb gestern einen Einjahresvertrag, der sich um ein Jahr verlängert, wenn die Kickers den Klassenverbleib schaffen. Und genau das ist das primäre Ziel des neuen Trainers, der erst am 27. August beim Liga-Konkurrenten VfR Aalen wegen der „negativen sportlichen Entwicklung“ ausrangiert worden war. „Wir müssen sehen, dass wir da unten rauskommen. Das wird schwer genug“, betonte Schmitt, fügte aber betont zuversichtlich lächelnd hinzu: „Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir das schaffen.“Dass dies mit Minkwitz gelingen würde, den Glauben daran hatte die Vereinsführung nun endgültig verloren. Eichelbaum hatte den Coach, der im November vergangenen Jahres die Nachfolge von Peter Zeidler angetreten hatte, gestern Morgen telefonisch von der Beurlaubung in Kenntnis gesetzt.

Hinck als Co-Trainer?
Co-Trainer Alexander Malchow muss seinen Posten ebenfalls räumen, wird aber im Gegensatz zu Minkwitz beim Verein bleiben. Geplant ist, dass der bisherige Coach der zweiten Mannschaft, Björn Hinck, an Schmitts Seite wechselt und Malchow dafür auf seine Stelle rückt. Eine Entscheidung darüber soll möglichst schnell fallen. Morgen wird der Neue das erste Training leiten und das Team offensiv für das Heimspiel am Samstag (14 Uhr) gegen Kickers Emden ausrichten. „Edgar Schmitt ist unser Wunschkandidat“, betonte Eichelbaum immer wieder. Er wies aber auch darauf hin, dass die Verhandlungen mit Schmitt bei einem Sieg in Erfurt abgebrochen worden wären.

Immer wieder hatte der Präsident zuletzt das Festhalten an Minkwitz damit begründet, dass nicht das Ergebnis, sondern die Leistung zähle. Doch letztlich war es nun doch das ernüchternde 2:3 in Erfurt – bei dem Dirk Prediger und Josip Landeka für die Kickers-Tore sorgten -, das die Entlassung besiegelte. „Es gab zwar eine tendenzielle Aufwärtsbewegung, aber die hat sich wieder nicht in Punkten niedergeschlagen“, erklärte Eichelbaum. Er sagte aber auch, dass ihm dieser Schritt mit Blick auf Minkwitz‘ Verdienste sowohl als langjähriger Spieler als auch als Trainer nicht leicht gefallen sei: „Die Qualifikation für die dritte Liga hat uns verbunden, aber das hat nicht mehr gereicht, um die sportliche Lage zu ignorieren.“

Stuttgarter Kickers: Salz – Mann, Härter, Rapp – Traut, Rosen, Kettemann (83. Tucci), Prediger (83. Reiß), Landeka – Gambo (72. Smeekes), Schürg.

Eßlinger Zeitung

Stuttgart: Trennung von Minkwitz
Schmitt coacht die Kickers

Die Stuttgarter Kickers haben sich aufgrund der nicht zufrieden stellenden sportlichen Entwicklung von Trainer Stefan Minkwitz getrennt. Die Kickers stehen nach sieben Spieltagen mit nur einem Zähler auf dem letzten Tabellenplatz der dritten Liga. Nur wenige Stunden nach der Beurlaubung von Minkwitz stellte der Verein bei einer Pressekonferenz Edgar Schmitt als Nachfolger vor.

Der frühere DDR-Nationalspieler und spätere Bundesligaprofi Minkwitz war seit dem 4. November 2007 bei den Schwaben für die sportlichen Geschicke verantwortlich. In der vergangenen Saison führte er die Blauen dank eines 2:0-Erfolges in Elversberg am letzten Regionalliga-Spieltag noch in die 3. Liga, in der dann aber der sportliche Erfolg ausblieb.

Schmitt soll es richten

Bereits wenige Stunden nach der Beurlaubung von Minkwitz stellten die Stuttgarter Kickers bei einer Pressekonferenz Edgar Schmitt als Nachfolger vor.

In der neuformierten 3. Liga war der ehemalige Bundesliga-Profi Schmitt seinerseits erst Ende August beim Liga-Konkurrenten VfR Aalen aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung entlassen und durch Weltmeister Jürgen Kohler ersetzt worden.

Kicker

RWE Sieg erst in der Nachspielzeit – Kickers gleichwertig

Bunjaku sorgt für Last-Minute-Sieg
In einem Spiel, bei dem Schlusslicht Stuttgarter Kickers über weite Strecken auf Augenhöhe agierte, sorgte Bunjaku erst in der Nachspielzeit für die Erfurter Erlösung. Karsten Baumann musste in der zweiten Hälfte auf die Tribüne, weil er zu heftig reklamierte.

Karsten Baumann, Coach der Erfurter, änderte seine Formation nach der 0:2-Niederlage gegen den SC Paderborn auf einer Position: Für Hauswald lief Wolf von Beginn an auf. Kickers-Trainer Stefan Minkwitz nahm nach der 1:2-Schlappe gegen Aue zwei Veränderungen vor und ließ Härter und Prediger für Deigendesch und Smeekes spielen.

Die Partie begann sehr schwungvoll. Zunächst brachte Judt seine Farben in Front, als er eine Flanke von Wolf zur 1:0-Führung verwertete (7.). Doch die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten: Prediger köpfte nur vier Minuten später zum Ausgleich ein. Nach diesen turbulenten Anfangsminuten verflachte die Begegnung etwas, die Kickers agierten in den ersten 45 Minuten auf Augenhöhe – man merkte den Unterschied in der Tabelle nicht.

Nach der Pause erarbeitete sich die Heimelf mehr Spielanteile, allerdings hielten die Stuttgarter Kickers weiterhin gut mit. Den ersten Aufreger lieferte aber RWE-Trainer Karsten Baumann, der so heftig reklamierte, dass er vom Schiedsrichter auf die Tribüne verwiesen wurde. Zehn Minuten später die erneute Erfurter Führung durch Rockenbach da Silva, der von Bunjaku in Szene gesetzt (68.) wurde. Danach entwickelte sich erst zum Ende hin eine turbulente Schlussphase. Zunächst schaffte das Schlusslicht durch einen Handelfmeter, Loose sprang der Ball an die Hand, den Ausgleich (88.) und als es nach einem Unentschieden aussah, schlug Bunjaku in der Nachspielzeit zu (90.+2) und sorgte doch noch für den späten Heimdreier für Erfurt.

Die Erfurter müssen am 8. Spieltag in die Fremde: Sie gastieren in einer Woche bei Fortuna Düsseldorf. Auf die Kickers wartet im Parallelspiel die schwierige Aufagabe gegen Emden. Stuttgart kann dabei aber auf seinen Heimvorteil bauen.

Kicker

Edgar Schmitt neuer Trainer bei den Stuttgarter Kickers

Am heutigen Sonntagnachmittag haben die Verantwortlichen des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers Edgar Schmitt als neuen Cheftrainer des Degerlocher Traditionsvereins im Rahmen einer Pressekonferenz im NH-Hotel Stuttgart-Airport in Filderstadt-Bonlanden vorgestellt. Der 45 Jahre alte Fußballlehrer war zuletzt bis Ende August beim Ligakonkurrenten VfR Aalen tätig. Schmitt hat einen Vertrag bis zum 30. Juni 2009 unterzeichnet und übernimmt mit sofortiger Wirkung das Amt seines Vorgängers Stefan Minkwitz. Dieser war zuvor am Sonntagvormittag aufgrund des sportlichen Misserfolgs der Drittliga-Mannschaft – nur ein Punkt aus sieben Partien – von den Vereinsverantwortlichen der Stuttgarter Kickers beurlaubt worden.

„Trotz der großen Verdienste, die sich Stefan Minkwitz bei den Stuttgarter Kickers erworben hatte, waren wir angesichts der momentanen sportlichen Lage verpflichtet, auf der Trainerposition etwas Neues zu probieren“, sagte der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum, der Edgar Schmitt als „unseren Wunschkandidaten“ bezeichnete und ihn mit den Worten „herzlich willkommen an Bord der Blauen“ begrüßte und ihm als Einstandsgeschenk einen Kickers-Schal überreichte.

Edgar Schmitt sagte bei der Pressekonferenz, dass er sich „freut, diese hochinteressante Aufgabe bei den Stuttgarter Kickers, einem echten Traditionsverein, zu übernehmen“, sagte Edgar Schmitt bei seiner Vorstellung. „Ich bin optimistisch, diese Herausforderung angesichts der derzeitigen sportliche Lage mit meiner neuen Mannschaft lösen zu können“, sagte Schmitt weiter. Als erstes Ziel will Edgar Schmitt die Stuttgarter Kickers möglichst rasch aus dem Tabellenkeller der dritten Liga führen – als primäres Saisonziel nannte er den Klassenverbleib.

Am kommenden Dienstag (10 Uhr) wird Edgar Schmitt die erste Trainingseinheit mit seinem neuen Team im ADM-Sportpark abhalten. Seine Punktspielpremiere als neuer Coach der Blauen hat der ehemalige Bundesligaakteur am nächsten Samstag, 27. September. Im Heimspiel im Degerlocher GAZI-Stadion auf der Waldau empfangen die Stuttgarter Kickers den Tabellenzweiten Kickers Emden. Spielbeginn ist um 14 Uhr.

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