StZ: Wer zahlt einen Trainerwechsel?

Kickers: Auflagen durch den DFB

STUTTGART (ump). Die Trainerdiskussion beim Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers ist auf Eis gelegt – zumindest bis Samstag. Sollte es beim Spiel in Erfurt allerdings kein Erfolgserlebnis geben, dürfte Stefan Minkwitz trotz größten Wohlwollens des Präsidiums nicht mehr zu halten sein. „Ein Trainerwechsel darf auch nicht an finanziellen Dingen scheitern“, sagt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker.

Wobei das Geld bei den Kickers immer eine nicht ganz unwichtige Rolle spielt. „Schließlich haben wir auch Auflagen vom DFB zu erfüllen“, betonte der Schatzmeister Friedrich Kummer erst am Rande der Niederlage gegen Aue. Die sehen – grob formuliert – so aus, dass zusätzliche Personalausgaben im Laufe der Saison entsprechend abgedeckt sein müssen. Da solche nach der außerplanmäßigen Verpflichtung des Niederländers Orlando Smeekes aus dem laufenden Etat nicht zu finanzieren sind, wären dazu im Zweifel zusätzliche Mittel nötig: entweder durch erhöhte (Werbe-)Einnahmen oder aber durch Bürgschaften, wobei darauf bereits im Rahmen der Lizenzierung zurückgegriffen worden ist. Und inwieweit zum Beispiel der Hauptsponsor Eduardo Garcia zu größeren Sonderzahlungen bereit ist, bleibt abzuwarten – oder hängt vielleicht auch von der Person des potenziellen Trainerkandidaten ab. „Die Zahlen werden jedenfalls turnusgemäß zum Quartalsende am 31. Oktober überprüft“, sagt der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum zum organisatorischen Prozedere.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird entsprechende Veränderungen bei den Kickers jedenfalls aufmerksam verfolgen. Und dass der DFB bei möglichen Verstößen gegen die Auflagen auch nicht vor Sanktionen zurückschreckt, musste zuletzt der Zweitligist TuS Koblenz erfahren, der nicht nur mit einer Geldstrafe, sondern zusätzlich mit einem Punktabzug belegt worden ist. Na und, könnten böse Zungen nun behaupten, bei den Stuttgarter Kickers kann man momentan ja sowieso nichts abziehen.

Die Stuttgarter Kickers bestreiten heute (18.30 Uhr) ein Testspiel beim FC Welzheim.

Stuttgarter Zeitung

Presse zu Stuttgarter Kickers – Erzgebirge Aue und dem erneuten Vertrauensbeweis für Stefan Minkwitz

Noch eine Chance für Minkwitz

Das Präsidium der Stuttgarter Kickers hält am Trainer fest – zumindest bis zum nächsten Spiel

STUTTGART. Trotz der 1:2-Heimniederlage gegen Erzgebirge Aue sitzt der Kickers-Trainer Stefan Minkwitz auch am Samstag in Erfurt auf der Trainerbank. „Aber irgendwann müssen wir anfangen zu punkten“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum.

Von Joachim Klumpp

Der kleine Presseraum im Gazi-Stadion platzte am Samstag nach der 1:2-Heimniederlage im Kellerduell gegen Erzgebirge Aue fast aus allen Nähten – doch die Bombe platzte nicht. Weder unmittelbar nach Spielende noch gestern nach einer Sondersitzung des Kickers-Präsidiums, in der beschlossen wurde: Stefan Minkwitz sitzt auch am nächsten Samstag in Erfurt auf der Bank. Ein Vertrauensbeweis der besonderen Art – nach sechs Spielen ohne Sieg. „Wir wollten einfach nicht alles an einem unglücklichen Kopfballtreffer in der letzten Minute festmachen“, sagt der Präsident Dirk Eichelbuam zu der – überraschenden – Entscheidung. „Natürlich haben wir auch kontrovers diskutiert, aber es ist ja nicht so, dass alles im Argen liegt.“

Gut, die Mannschaft hat gekämpft, aber spielerisch doch über weite Strecken enttäuscht. Vielleicht auch, weil ein starker Bashiru Gambo in der Defensive verschenkt scheint. Zumindest hat der Neuzugang Orlando Smeekes bei seinem Debüt (nicht nur wegen des Tores) angedeutet, dass er die erhoffte Verstärkung für die Kickers ist, was durchaus zeigt, dass im Kader noch Optimierungspotenzial herrscht. Eichelbaum: „Wir wollen dem Trainer die Chance geben, dass er diesen Spieler auch richtig einbaut.“

Dass sich der Verein dazu durchringt, weitere Verstärkungen zu verpflichten, schließt der Präsident allerdings aus. Zumal allein schon der Nachschlag mit dem Niederländer im Etat nicht vorgesehen war, so dass auch hier derzeit eine Lücke klafft. Die bei der Trainerfrage durchaus berücksichtigt werden muss. „Sicher spielen finanzielle Gründe eine Rolle“, gibt Eichelbaum zu, „aber auch menschliche. Wir wollen schon dahin kommen, ein seriös geführter Verein zu sein.“

Soll heißen, der Trainer wird nicht automatisch geopfert. Zumal die Verantwortlichen auch den Kontakt zur Mannschaft gesucht haben. „Und da gab es keine negativen Rückmeldungen“, sagt der Schatzmeister Friedrich Kummer. Selbst der zuletzt etwas in Ungnade gefallene Angelo Vaccaro gibt sich kämpferisch. „Wir stehen alle hinter dem Trainer. Und ich hoffe, dass in Erfurt der Knoten platzt“, sagt der Stürmer, der trotz seiner noch laufenden Sperre auf ein Gnadengesuch beim DFB hofft. „Ich hatte zuvor ja noch nie eine Rote Karte bekommen.“

An der ist auch der Trainer nochmals vorbeigegangen. Wie lange noch? „Zunächst einmal gilt die Entscheidung für eine Woche“, sagt Eichelbaum. Die letzte Chance also. Und der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker betont: „Wir können nicht jede Woche eine neue Diskussion anzetteln.“ Natürlich kennt auch Eichelbaum die Gesetze des Marktes: „Wenn die Erfolge ausbleiben, werden wir um einen Trainerwechsel nicht herumkommen.“ Die Kandidaten jedenfalls stehen schon in den Startlöchern. Und sei es nur inkognito wie der Ex-Aalener Edgar Schmitt, der im Stehplatzbereich gesichtet wurde und angeblich im engeren Kandidatenkreis sein soll. Ob er von der Leistung angetan war? Wohl kaum.

Klar ist inzwischen, dass der Wechsel von Mustafa Parmak unterschätzt worden ist, nachdem der Spieler bei der sportlichen Leitung unten durch war. Dass es mit dem Charakter des Vielgescholtenen nicht so schlecht bestellt sein kann, zeigt indes die Tatsache, dass er jeden freien Tag nutzt, um die Kickers-Spiele zu verfolgen. Unverständlich bleibt auch, warum der Pfullendorfer Marco Calamita nicht verpflichtet worden ist – und nun für Wacker Burghausen mehr als doppelt so viele Treffer (fünf) erzielt hat wie die Kickers-Mannschaft zusammen: angeblich wegen der Ablösesumme; doch die wäre billiger gewesen als jeder Trainerwechsel.

Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendech, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo (79. Gümüssu) – Smeekes, Kettemann, Traut (45. Janic) – Schürg (72. Tucci).

Erzgebirge Aue: Flauder – Klingbeil, Kos, Paulus, Fabian Müller – Cimen, Steve Müller (88. Hochscheidt) – Hensel, Curri (63. El Berkani), Feick – Lukunku (83. Schmidt).

Stuttgarter Zeitung

Die Trainerfrage bei den Kickers

Gratwanderung
Von Joachim Klumpp

Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Nach der erneuten Heimpleite der Stuttgarter Kickers am Samstag gegen Erzgebirge Aue hat wohl kaum mehr ein Fan einen Pfifferling auf den Trainer Stefan Minkwitz gegeben. Doch der bleibt, allen Unkenrufen zum Trotz, im Amt. Dabei wären sechs Spiele ohne Sieg allemal Grund genug für eine Trennung gewesen.

Es ist ein schmaler Grat auf dem sich die Kickers bewegen. Auf der einen Seite fordert die Entscheidung Respekt, weil die Verantwortlichen in dieser Frage Rückgrat beweisen und nicht automatisch auf die üblichen Fußballmechanismen zurückgreifen, die zunächst einmal nur Geld kosten, das gerade die Kickers nicht besitzen. Dass ein Trainerwechsel außerdem noch längst keine Erfolgsgarantie bringt, zeigt das Beispiel des Nachbarn VfR Aalen. Andererseits gehen die Kickers mit dem Treuebekenntnis ein hohes Risiko ein, sportlich frühzeitig den Anschluss zu verlieren und vielleicht zum Punktelieferanten der Liga zu werden. So oder so muss der Verein aufpassen, dass er nicht Woche für Woche aufs Neue in eine unsägliche Trainerdiskussion verfällt wie im vergangen Jahr, als Peter Zeidler zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gehen musste: nach einem sehr respektablen 1:1 gegen den späteren Aufsteiger FSV Frankfurt.

Das Spiel in Erfurt dürfte deshalb Minkwitz“ letzte Chance ein. Sollte auch im siebten Anlauf kein Erfolgserlebnis rausspringen, muss er wohl seine sieben Sachen packen.

Stuttgarter Zeitung

Minkwitz wackelt, fällt aber nicht
Kickers-Präsidium verlängert Schonfrist – Hörgl und Fascher im Gespräch

Stuttgart – Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers hält trotz des 1:2 gegen Erzgebirge Aue an Trainer Stefan Minkwitz fest. Unterdessen werden bereits Rainer Hörgl und Marc Fascher als mögliche Nachfolger gehandelt.

VON JÜRGEN FREY

Um 13.20 Uhr am Sonntag kam die offizielle Mitteilung mit der Überschrift: „Trainer Stefan Minkwitz sitzt auch in Erfurt auf der Bank“. Erfurt – dorthin führt die Blauen die Reise zum nächsten Auswärtsspiel am kommenden Samstag (14 Uhr). Es wird die allerletzte Chance für den Coach. „Wenn es dort eine desolate Leistung gibt, ist eine andere Entscheidung wie diesmal unausweichlich“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum. Diesmal zog Minkwitz den Kopf noch aus der Schlinge. Den Grund teilte die Chefetage nach einer zweistündigen Sondersitzung am Sonntag folgendermaßen mit:

„Nach dem Punktgewinn in Regensburg wurde im Heimspiel gegen Aue ein weiterer positiver Trend insbesondere in der kämpferischen Leistung der Mannschaft wahrgenommen. Das spielentscheidende Gegentor in der letzten Minute, eine unglückliche Bogenlampe, kann und darf nicht dazu führen, dass kurzfristige Entscheidungen in Hinblick auf Trainergespann und Mannschaft getroffen werden.“

Am Samstagabend hatte noch alles auf einen Trainerwechsel hingedeutet. Minkwitz verkroch sich nach dem Abpfiff sofort in der Kabine und war partout zu keinem Fernsehinterview mit dem SWR zu bewegen. Auch Präsident Eichelbaum und Manager Joachim Cast gaben sich im Hinblick auf die Zukunft des Trainers äußerst wortkarg. „Kein Kommentar“ und „wir teilen die Entscheidungen am Sonntag mit“, hieß es.

Nach Informationen unserer Zeitung hat es bereits Gespräche mit möglichen Nachfolgern gegeben. Heißeste Kandidaten sind Marc Fascher und Rainer Hörgl. Fascher war im Mai 2008 bei den SF Siegen entlassen worden, bis 2007 hatte der 40-Jährige allerdings mit Kickers Emden beachtliche Erfolge vorzuweisen. Hörgl, zurzeit ebenfalls ohne Verein, führte den FC Augsburg 2006 in die zweite Liga. Der 51-Jährige war am Samstag genauso im Gazistadion wie der Ex-Aalener Coach Edgar Schmitt. Konkrete Verhandlungen mit Trainern dementierte Eichelbaum, der Kickers-Chef räumte jedoch ein: „Wir wären blauäugig, wenn wir uns in dieser Situation nicht auch Gedanken über Alternativen machen würden.“

Es drängt sich der Verdacht auf: Die Führungsetage der Blauen wird diese Woche nutzen, um für einen möglichen Trainerwechsel alles gezielt vorzubereiten und für den Fall der Fälle gewappnet zu sein. „Wir können nicht ewig auf ein Erfolgserlebnis warten. Die Mannschaft muss in Erfurt eine Schippe drauflegen“, fordert Eichelbaum.

Minkwitz gibt die Hoffnung nicht auf. „Die Moral der Truppe ist intakt“, betont der glücklose Coach. Was ihn sonst noch optimistisch stimmt? Die Rückkehr von Rotsünder Angelo Vaccaro nach dem Spiel in Erfurt und der frische Wind, den Orlando Smeekes bringe, sagt er. In der Tat spielte sich der Neue aus Holland auf Anhieb in die Herzen der Fans. Die Krönung: sein „Tor des Monats“ zum 1:1. Das Bedenkliche allerdings: Die Blauen erspielten sich ansonsten noch maximal eine Torchance. Zu wenig, um im Kampf gegen den Abstieg zu bestehen. Zumal sich die Mannschaft eben auch nicht immer auf die Qualitäten ihres Torwarts verlassen kann: Den Siegtreffer des Zweitliga-Absteigers durch einen Kopfball von Kenny Schmidt aus 16 Metern hätte Manuel Salz durchaus halten können. Der 23-jährige Keeper vergrub sein Gesicht beim Gang in die Kabine unter einem Handtuch. Ob Minkwitz die Köpfe seiner Spieler noch einmal freibekommt? Die nächste Gelegenheit bietet sich heute um 14.30 Uhr im Training, am Dienstag (18.30 Uhr) steht das Testspiel beim FC Welzheim auf dem Programm, doch was wirklich zählt, ist die Partie in Erfurt: Dort geht es für Minkwitz um alles.

Stuttgarter Nachrichten

Blau und lau
VON JÜRGEN FREY

Stefan Minkwitz ist ein netter Kerl, ein Kämpfer, und die Kickers haben ihm einiges zu verdanken. Doch das ändert nichts an der Tatsache: Die Erfolgsbilanz seiner Arbeit seit dem Saisonstart am 26. Juli ist verheerend. Dennoch hat sich das Präsidium am Sonntag nach zähem Ringen dazu entschlossen, die Schonfrist zu verlängern. Bis zum nächsten Spiel – wieder einmal.

Blau und lau. Einen Gefallen tut die Führungsetage mit diesem Kurs keinem. Vor allem nicht der verunsicherten Mannschaft, die den Glauben verloren hat, in der aktuellen Konstellation aus dem Keller zu kommen. Nicht ohne Grund: Minkwitz hat in dieser Saison schon so gut wie alle Maßnahmen ausgereizt, um den Weg aus der Krise zu finden – vom Trainingslager bis hin zur Systemumstellung. Es half alles nichts. Wer die Kickers in dieser Saison spielen sah, dem drängt sich der Eindruck auf: Wenn den freien Fall der Blauen überhaupt noch jemand stoppen kann, dann ein neuer Mann auf der Bank, der frische Kräfte mobilisiert. Entweder macht das Präsidium – nicht immer nur bis zum nächsten Spiel – klar Schiff, oder es findet sich ab mit dem Untergang.

Stuttgarter Nachrichten

Der dritte Vertrauensbeweis

Das Präsidium der Stuttgarter Kickers hält nach dem 1:2 gegen Erzgebirge Aue weiter zu Trainer Stefan Minkwitz

Stuttgart – Sechstes Spiel, fünfte Niederlage, dritte Sondersitzung des Präsidiums, zum dritten Mal mit demselben Ergebnis: Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers versucht auch nach der 1:2 (1:1)-Heimniederlage gegen den Vorletzten FC Erzgebirge Aue weiter gemeinsam mit seinem Trainer Stefan Minkwitz aus der Krise zu kommen.

Von Beate Wockenfuß

Die Stimmung im Gazi-Stadion war gespenstisch. Im windigen Nieselregen schlichen die Kickers-Spieler geschlossen durch die Nebelschwaden zu ihren Fans – und holten sich trotz der erneuten Niederlage zu Hause für ihren kämpferischen Einsatz einen warmen Applaus ab. Der Zuspruch tat ihnen sichtlich gut, konnte sie allerdings nicht wirklich aufmuntern. Kurz vor Schluss (88. Minute) hatte Aues Joker Kenny Schmidt den Stuttgartern mit seinem Siegtor den Nackenschlag versetzt, der beinahe zum K.o.-Schlag für Minkwitz geworden wäre. Zumindest am Samstagabend standen die Zeichen auf Trennung. Manager Joachim Cast trat an Stelle von Minkwitz vor die Fernsehkameras – allerdings nur um mitzuteilen, dass es in der momentanen Situation nichts mitzuteilen gebe. Der Trainer selbst beschränkte sich in der Pressekonferenz auf das Nötigste und verschwand sogleich wieder in den Katakomben. Und Präsident Dirk Eichelbaum hüllte sich in verdächtiges Schweigen. „Lassen Sie mich eine Nacht darüber schlafen“, wehrte er die erneut aufkeimende Trainerdiskussion ab und verwies auf eine Sondersitzung des Präsidiums am Sonntagmorgen: „Da werden wir beraten, wie wir weitermachen.“ Erst vor einer Woche gab es solch eine Sitzung, damals mit dem Ergebnis, an Minkwitz festzuhalten. Das war auch das Resultat des gestrigen Treffens zwischen den vier Präsidiumsmitgliedern und Manager Cast. „Trainer Stefan Minkwitz sitzt auch in Erfurt auf der Kickers-Bank“, verkündete eine Pressemitteilung am Mittag. Also der nächste Vertrauensbeweis für nur eine Woche? „Wir wollen eine weitere Steigerung sehen“, forderte der Präsident erneut. Nach der „Aufwärtsbewegung“ beim 1:1 in Regensburg sei die Leistung gegen Aue nun eine „Seitwärtsbewegung“ gewesen. Das Auer Siegtor bezeichnete Eichelbaum als „Glückstreffer“. „Daraus können wir dem Trainer jetzt kein Fallbeil machen.“ Auch für die Partie am Samstag in Erfurt gilt nun wieder: Leistung geht vor Ergebnis. „Natürlich wollen wir auch endlich Punkte sehen“, sagte Eichelbaum aber. Und: „Einen Persilschein bis Weihnachten wird es nicht geben.“Zuversicht gibt dem Präsidenten neben dem kämpferischen Einsatz die Leistung von Neuzugang Orlando Smeekes. Der Niederländer glich nicht nur die frühe Führung von Marc Hensel aus (5./27.), sondern brachte deutlich Schwung in die Offensive. „Er ist eine echte Bereicherung und hat noch Steigerungspotenzial“, sagte Eichelbaum.

Statistik
Stuttgarter Kickers: Salz – Deigendesch, Mann, Rapp, Landeka – Rosen, Gambo (79. Gümüssu) – Smeekes, Kettemann, Traut (46. Janic) – Schürg (72. Tucci).

FC Erzgebirge Aue: Flauder – Klingbeil, Kos, Paulus, Fabian Müller – Cimen, Steve Müller (89. Hochscheidt) – Hensel, Curri (63. El Berkani), Feick – Lukunku (83. Schmidt).

Schiedsrichter: Achmüller (Freyung).

Zuschauer: 3280.

Tore: 0:1 Hensel (5.), 1:1 Smeekes (27.), 1:2 Schmidt (88.).

Gelbe Karten: Mann / Steve Müller.

Beste Spieler: Smeekes, Gambo / Curri, Kos.

Eßlinger Zeitung

Schmidt entscheidet Kellerderby

Last-Minute Treffer von Schmidt
Es dürfte eng werden für den Kickers-Trainer Stefan Minkwitz. Trotz eines überzeugenden Spiels, das seine Elf ab Mitte der ersten Hälfte gar dominiert hatte, musste er eine weitere Niederlage gegen den Tabellenkeller-Nachbarn aus Aue hinnehmen. Der kurz zuvor eingewechselte Kenny Schmidt brachte den Ostdeutschen in der 90. Minute den Siegtreffer.

Kickers-Trainer Stefan Minkwitz änderte seine Startformation gegenüber dem 1:1 in Regensburg auf vier Positionen, und brachte Deigendesch, Landeka, Schürg und Neuzugang Smeekes für Reiß, Janic, Landeka und Prediger. Auch Aues Coach Heiko Weber stellte seine Mannschaft nach der 0:2-Heimniederlage gegen Paderborn um, und ließ Flauder, Curri und den kongolesischen Neuzugang Lunkunku für Männel, Baltes und Glasner von Beginn an auflaufen.

Die erste Hälfte begann direkt schwungvoll. Mit dem ersten Angriff konnten die Gäste in der 5. Minute in Führung gehen. Marc Hensel brachte den Ball beim zweiten Versuch über die Linie, nachdem er zunächst per Kopfball am seit Wochen starken Kickers-Keeper Manuel Salz gescheitert war. Die Freude währte bis zur 27. Minute, als Neuzugang Orlando Smeekes den Ball aus 18 Metern in den Winkel hämmerte. Von nun an fuhr Stuttgart einen Angriff nach dem anderen auf das Tor von Aues Flauder – jedoch ohne vor der Pause ein weiteres Tor zu erzielen.

Die zweite Hälfte begann ähnlich, jedoch war Stuttgart nicht mehr ganz so druckvoll. So entwickelte sich eine ausgeglichene Partie der beiden Vereine, die mit nur einem Punkt aus fünf Spielen bereits mit dem Rücken zur Wand stehen. Beide Trainer wechselten aus, Kickers-Coach Minkwitz brachte Janic, Tucci und Amateur Gümüssu und Heiko Weber schickte El Berkani (64.) und Kenny Schmidt (83.) ins Spiel. Eben dieser Schmidt war in der 90. Minute zur Stelle, und markierte den Siegtreffer für die Ostdeutschen.

Für die Stuttgarter geht es nun mit einem Auswärtsmatch weiter: Am Samstag treffen die Kickers auf Erfurt. Aue muss währenddessen zu Hause gegen Düsseldorf bestehen.

Kicker

Presse zum Festhalten an Trainer Stefan Minkwitz

Kickers-Aussprache am Samstag

Minkwitz bleibt, kommt Smeekes?
STUTTGART (ump). Die kurzfristige Absage des für Samstag terminierten Fußball-Freundschaftsspiels beim SSV Reutlingen hatte den Kickers-Präsidenten Dirk Eichelbaum nicht besonders interessiert, er hätte sich das Spiel sowieso nicht angetan. Schließlich hatte er am Mittwoch beim WFV-Pokal-Aus in Großaspach genug gesehen, weshalb es am Samstagvormittag zu einer Aussprache mit der sportlichen Führung – mit dem Trainer und dem Manager – kam, an dem auch noch der Schatzmeister Frieder Kummer teilnahm.

Während im Vorfeld noch über eine Ablösung des Trainers spekuliert werden konnte, erklärte der Verein gestern offiziell, wovon bis zuletzt immer auszugehen war: Stefan Minkwitz bleibt im Amt. Nach Rücksprache mit den verhinderten Präsidiumskollegen Edgar Kurz und Dieter Wahl sowie dem Aufsichtsrat sagte Eichelbaum: „Stefan Minkwitz hat uns in dem 90-minütigen Gespräch überzeugt, indem er jeden Problemfall im Kader einzeln analysiert hat, das war sehr profund“, sagte der Präsident. „Es zeigt, dass sich der Trainer Gedanken über die Situation macht, und wie wir sie beheben können. Er genießt unser volles Vertrauen.“

Wie lange? „Bis auf weiteres“, sagt Eichelbaum dazu nur, ohne ein zeitliches Ultimatum zu stellen. „Es gilt weiter der Grundsatz, dass das nicht nur ergebnis-, sondern auch leistungsabhängig ist.“ Der Trainer Stefan Minkwitz selbst verschwendet keinen Gedanken daran, das Handtuch zu werfen: „Wir werden konzentriert weiterarbeiten, um an die Leistung von Regensburg anzuknüpfen.“ Und der ebenfalls involvierte Manager Joachim Cast sagt: „Ich habe schon das Gefühl, dass die Mannschaft noch mehr mitzieht.“

Am Samstag stand statt eines Spiel jedenfalls ein Training an, auch wenn vorübergehend nur noch acht Mann verfügbar waren (deshalb die Absage in Reutlingen). Verstärkungen des Kaders sind aus diesem Grund nach wie vor denkbar, wobei der Niederländer Orlando Smeekes erste Wahl ist. „Wir schauen, was machbar ist“, sagt Eichelbaum, der persönlich aber nicht in den Vordergrund treten will: „Es bringt jetzt nichts, vor der Mannschaft als Motivator aufzutreten.“ Das soll der Trainer übernehmen.

Stuttgarter Zeitung

Schonfrist für Minkwitz verlängert
Kickers halten vor dem Schlüsselspiel gegen Aue am Trainer fest

Stuttgart – Stefan Minkwitz bleibt Trainer des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers – zumindest bis zum Heimspiel am kommenden Samstag (14 Uhr) gegen Erzgebirge Aue. „Ein anderer Trainer hätte dieses Vertrauen von uns vielleicht nicht bekommen“, sagte Präsident Dirk Eichelbaum.

VON JÜRGEN FREY

Treffpunkt ADM-Sportpark, Geschäftszimmer. Dort diskutierten am Samstag um 10 Uhr eineinhalb Stunden lang Minkwitz, Eichelbaum, Schatzmeister Friedrich Kummer und Manager Joachim Cast die prekäre Lage. Danach war um 12 Uhr Training, am Sonntag dann gaben die Kickers nach Absprache mit den Präsidiumsmitgliedern Dieter Wahl und Edgar Kurz bekannt: Minkwitz darf weitermachen. „Der Trainer hat sich ausführlich und seriös auf das Gespräch vorbereitet und eine umfassende Fehleranalyse betrieben“, sagte Eichelbaum. „Außerdem präsentierte er einen Maßnahmenkatalog für den Weg aus der Krise, der intern bleibt.“ Einschneidende Änderungen sind jedoch nicht zu erwarten. Minkwitz wird bis auf weiteres am 4-2-3-1-System festhalten, personelle Alternativen gibt es praktisch nicht – wenn man mal davon absieht, dass Mijo Tunjic, Gökhan Gümüssu und Royal-Dominique Fennell aus der zweiten Mannschaft in dieser Woche im Drittligateam mittrainieren werden. Es sei denn, es gibt doch noch einen Neuzugang. „Das ist nicht gänzlich ausgeschlossen“, sagte Eichelbaum am Sonntag. Voraussetzung dürfte sein, dass Wunschkandidat Orlando Smeekes seine Gehaltsansprüche weiter reduziert.

Zunächst aber muss Minkwitz ohne den holländischen Offensivmann planen. Der Coach geht es optimistisch an: „Das Vertrauen in mich hat sich schon mal ausgezahlt, das wird auch diesmal so sein.“ In der vergangenen Rückrunde führte der 40-Jährige die Blauen aus einer nahezu ausweglosen Lage noch in die dritte Liga. Von diesem Bonus zehrt er. Dass in der damaligen Phase jeder einzelne Spieler am Limit agierte, sich das Team in einen Lauf spielte und in der neuen Saison die Substanz der Mannschaft weiter bröckelte, steht auf einem anderen Blatt. Klar ist: Minkwitz bleibt auf der Bank. Zumindest bis zum Samstag. Von einem Freibrief für die nächsten vier Spiele ist keine Rede mehr. Was auch keinen Sinn macht, wenn die Blauen gegen Aue sang- und klaglos untergehen sollten.

Stuttgarter Nachrichten

Rückendeckung für Minkwitz

Stuttgart (bw) – Krisenzeiten schweißen zusammen: Die Stuttgarter Kickers versuchen nach dem Fehlstart in der dritten Liga und dem Aus im WFV-Pokal Geschlossenheit zu vermitteln. Präsident Dirk Eichelbaum reagierte jetzt auf die Unruhe im Umfeld und bereitete allen Spekulationen über die Zukunft von Trainer Stefan Minkwitz zumindest vorerst ein Ende. „Stefan Minkwitz genießt unser volles Vertrauen“, hieß es gestern in einer Pressemitteilung. Das ist das Ergebnis einer Sitzung, an der am Samstag neben Eichelbaum Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer sowie Minkwitz und Manager Joachim Cast teilnahmen. In knapp 90 Minuten hatte der Coach den Weg dargelegt, der zurück in die Erfolgsspur führen soll. „Das war ein gutes Gespräch“, sagte der Präsident, betonte aber auch: „Gegen Erzgebirge Aue wollen wir Aktionen sehen.“ Auch Minkwitz berichtete von einer „klaren Aussprache“ und widmete sich danach sofort auf dem Platz der Vorbereitung auf das Kellerduell am Samstag (14 Uhr). Dass nur acht gesunde Feldspieler da waren, machte die Sache nicht einfacher. Heute sollen aber zumindest einige der zuletzt angeschlagenen zehn Akteure ins Mannschaftstraining zurückkehren.

Eßlinger Zeitung

Stuttgarter Kickers: Nach einer Situationsanalyse
Minkwitz genießt weiter „vollstes Vertrauen“
Das Präsidium von Drittligist Stuttgarter Kickers hält trotz der andauernden sportlichen Krise weiter an Trainer Stefan Minkwitz fest.

Wie der Verein am Sonntag mitteilte, hat das Führungsgremium dem Coach nach einer eingehenden Analyse und Bewertung der sportlichen Situation „das volle Vertrauen“ ausgesprochen.

Dies sei das Ergebnis eines eineinhalbstündigen Gesprächs zwischen Kickers-Chef Dirk Eichelbaum und Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer sowie der durch Minkwitz und Manager Joachim Cast repräsentierten sportlichen Leitung.

Der Termin war nach dem blamablen Pokal-Aus am vergangenen Mittwoch beim fünftklassigen Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach anberaumt worden.

In der neuen 3. Liga hatte der schwäbische Traditionsverein nach zunächst vier Niederlagen am vergangenen Spieltag mit einem 1:1 bei Jahn Regensburg seinen ersten Punkt geholt, belegt aber nach wie vor den letzten Tabellenplatz.

Vor der Partie in Regensburg hatte sich Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum von Minkwitz und Cast schon einmal darlegen lassen, wie sie die Mannschaft aus der Krise führen wollen. Am kommenden Samstag empfangen die Kickers den Tabellenvorletzten FC Erzgebirge Aue.

Kicker

Kickers-Trainer Minkwitz genießt volles Vertrauen der Vereinsführung

Die Vereinsführung des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers hat seinem Chefcoach Stefan Minkwitz am gestrigen Samstag im Anschluss an eine Analyse zur derzeitigen Situation das volle Vertrauen ausgesprochen. An dem rund 90-minütigen Gespräch hatten außer Stefan Minkwitz der Präsident der Stuttgarter Kickers, Dirk Eichelbaum, sowie das Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer und der Kickers-Manager Joachim Cast teilgenommen.

Die Gesprächsrunde nahm einen sehr positiven Verlauf. Eine eingehende Analyse und Bewertung der sportlichen Situation (ein Zähler aus fünf Punktspielen sowie das überraschende Achtelfinal-Aus der Blauen im WFV-Pokal) und entsprechende Maßnahmen zur Bewältigung dessen wurden detailliert von Stefan Minkwitz dargelegt. Es folgte eine einstimmige Entscheidung des Kickers-Präsidiums in Absprache mit den nicht anwesenden Präsidiumsmitgliedern, die da lautet: Trainer Stefan Minkwitz genießt das volle Vertrauen seitens der Kickers-Vereinsführung.

Zum nächsten Punktspiel in der dritten Fußballliga empfangen die Stuttgarter Kickers am kommenden Samstag, 13. September 2008, den Tabellenvorletzten FC Erzgebirge Aue. Spielbeginn im GAZI-Stadion auf der Waldau ist um 14 Uhr, Stadion- und Kassenöffnung erfolgt um 12.45 Uhr.

Offizielle Homepage

Presse zur heutigen Krisensitzung

Krisensitzung bei den Kickers

Minkwitz auf dem Prüfstand
STUTTGART (ump). Eigentlich hatten die Stuttgarter Kickers das Freundschaftsspiel heute (15 Uhr) beim SSV Reutlingen ausgemacht, um am spielfreien Wochenende im Rhythmus zu bleiben. Doch daraus wird nichts: Die Partie wurde gestern abgesetzt, weil der Drittligist zu wenig einsatzfähige Spieler zur Verfügung hat. Zuletzt waren nur noch 13 Spieler im Training – und die zweite Mannschaft war ihrerseits im Einsatz.

„Unter diesen Umständen hätte das Spiel wenig Sinn gemacht“, sagt der Trainer Stefan Minkwitz, der dafür einen ganz anderen Termin wahrnehmen muss. Um zehn Uhr kommt heute das Präsidium mit der sportlichen Leitung um den Trainer sowie den Manager Joachim Cast zusammen – zur Krisensitzung nach dem Pokalaus in Großaspach. „Wir wollen hören, wie es zu diesem Leistungsabfall kommen konnte“, sagt der Präsident Dirk Eichelbaum, „und zudem ein Konzept erkennen, wie wir aus dieser Situation herauskommen.“ Sollten die Vorstellungen des Trainers nicht überzeugen, dürfte es eine Konsequenz geben, und die heißt in so einem Fall: Entlassung. So weit will Eichelbaum aber noch nicht gehen: „Das ist kein Tribunal über den Trainer. Wir werden uns alles in Ruhe anhören und dann übers Wochenende eine Entscheidung treffen.“

Stuttgarter Zeitung

Kickers-Trainer muss beim Präsidium antreten Heute geht es um den Job von Minkwitz
Von KLAUS HENRICH

Sind die Stunden von Trainer Stefan Minkwitz (40/kl. Foto) bei den Stuttgarter Kickers gezählt? Heute muss der Coach zum Rapport beim Präsidium erscheinen.
Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum

Präsident Dirk Eichelbaum: „Wir werden ergebnisoffen diskutieren.“

Und ohne Zeitdruck. Das für heute geplante Freundschaftsspiel der Kickers beim SSV Reutlingen ist kurzfristig abgesetzt.

Nach nur einem Punkt und einem Tor in fünf Spielen der 3. Liga und der Pokal-Pleite (0:1 beim Fünftligisten Großaspach) müssen Antworten auf den Tisch.

Eichelbaum zu BILD: „Wir wollen eine klare Analyse der Lage. Und wir wollen vor allem hören, wie sich Herr Minkwitz eine schnelle Beendigung der Krise vorstellt.”

Für den Kickers-Boss liegen die Hauptursachen bei den Leistungsträgern wie Rosen, Vaccaro, Gambo, Mann und Traut. Eichelbaum: „Sie rufen ihre Leistung nicht ab, aus welchen Gründen auch immer.“ Zudem sieht der Präsident „spielerische Defizite beim Spielaufbau, gerade wenn’s gegen schwächere Gegner geht.“

Soviel steht fest: Das Schicksal von Minkwitz wird sich heute entscheiden. Kann er das Präsidium mit seinem Krisen-Management überzeugen, wird es auch nach einer möglichen Pleite im Kellerspiel gegen Aue (13.9.) mit ihm weitergehen. Eichelbaum: „Wenn wir mit dem Trainer weitermachen, wird er einen Vertrauensvorschuss über das Aue-Spiel hinaus erhalten.“

Überzeugt Minkwitz das Präsidium nicht, ist er seinen Job los…

BILD

StN: Stuhl von Trainer Minkwitz wackelt

Stuttgart – Jetzt wird es richtig eng für Stefan Minkwitz. Die Führungsetage des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers will nach einer genauen Analyse der prekären sportlichen Lage bis zum Wochenende entscheiden, ob es mit dem Trainer weitergeht.

Am Tag nach dem blamablen Pokal-Aus einer unbeseelten Kickers-Mannschaft herrschte plötzlich Leben im ADM-Sportpark. Das lag an den wuseligen „Höfleswetzern“, die mit den Ersatzspielern der Blauen ein munteres Trainingsspielchen veranstalteten. Nach dem Kick mit den Nachwuchsassen bedankte sich Co-Trainer Alexander Malchow: „Das war eine willkommene Abwechslung vom üblichen Trott.“

Der übliche Trott heißt bei den Kickers derzeit Krisenbewältigung. Wobei die entscheidende Frage lautet: Traut die Vereinsführung Minkwitz noch zu, die Wende einzuleiten, oder versucht sie durch einen Trainerwechsel neue Kräfte zu mobilisieren? Die Antwort ist offen. Am Samstag vor dem Testspiel beim SSV Reutlingen (15 Uhr/Kreuzeichestadion) bittet die Chefetage der Blauen die sportliche Leitung zum Rapport. Vom Trainergespann wird eine tiefgründige Analyse gefordert, gemeinsam mit Manager Joachim Cast soll es den Weg aus der Krise darlegen. „Danach entscheiden wir über personelle Konsequenzen“, sagt Präsident Dirk Eichelbaum – und stellt mit Blick auf den Spielplan klar: „Wenn Minkwitz bleibt, dann nicht nur für das kommende Spiel gegen Aue, sondern mindestens die nächsten vier Spiele.“

Nach dem Kellerduell am 13. September gegen die Elf aus dem Erzgebirge müssen die Kickers gegen die drei Erstplatzierten der Liga ran. Und einen Start gegen Erfurt, Emden und Bayern II soll einem möglichen neuen Mann auf der Kommandobrücke nicht zugemutet werden. Eichelbaum: „Das wäre ein Himmelfahrtskommando.“

Der Frust sitzt tief, die Ratlosigkeit ist groß. Bei allen Beteiligten. „Ich bin zu Tode erschrocken“, sagt der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Christian Dinkelacker über den leidenschaftslosen Auftritt in Großaspach. „Wieso, weshalb, warum – das alles möchte ich vom Trainer hören.“ Am Samstag. Bei der entscheidenden Sitzung.

Bis dahin wollen die Verantwortlichen auch verstärkt ihr Ohr an der Mannschaft haben, die definitiv nicht verstärkt wird. Erreicht Minkwitz die Spieler noch? Genießt er die nötige Autorität? Simmt die Trainingsarbeit? Gibt er das richtige taktische Konzept mit auf den Weg? Zweifel sind angebracht, doch es sickert wenig Kritik nach außen. Nur eines wird immer deutlicher: Der Glaube ans eigene Können schwindet immer mehr. „Wir sind tot im Kopf“, sagt ein Spieler. Wie Minkwitz die Blockade lösen will? „Mit einem Erfolgserlebnis“, sagt der 40-jährige, der an einen Rücktritt „keinen Gedanken verschwendet“.

Unterdessen schießen bereits Spekulationen über mögliche Nachfolger ins Kraut. Ein Name: Rainer Hörgl (zuletzt FC Augsburg), seit 2007 ohne Verein.

Jürgen Frey

Stuttgarter Nachrichten

Presse zur Pokalblamage in Großaspach

Blamage im Pokal
Die Kickers verlieren mit 0:1

GROSSASPACH. Jeder blamiert sich, so gut er kann – wie die Stuttgarter Kickers mit dem 0:1 im Achtelfinale des WFV-Pokals bei der SG Sonnenhof. Dennoch sagt Präsident Eichelbaum: „Ich gehe davon aus, dass Stefan Minkwitz auch gegen Aue auf der Bank sitzt.“

Von Joachim Klumpp

Das Bild hätte nicht treffender sein können. Beim Schlusspfiff hatten sich dunkle Wolken über der Anlage am Fautenhau zusammengebraut – das passte zu den Stuttgarter Kickers, die mit 0:1 beim Oberliga-Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach im Achtelfinale des WFV-Pokals ausgeschieden sind. „Wir haben ein sportliches Ziel verfehlt“, sagte ein völlig enttäuschter Präsident Dirk Eichelbaum, der sich das finanzielle Zubrot durch eine mögliche Qualifikation für den DFB-Pokal nun bereits frühzeitig abschminken konnte. Trotz der sportlich recht trostlosen Lage sagte er im Hinblick auf das Punktspiel der dritten Liga in neun Tagen gegen Erzgebirge Aue: „Ich gehe davon aus, dass Stefan Minkwitz auch dann auf der Bank sitzt.“ Denn selbstverständlich hat die Niederlage die Position des Trainers nicht gerade gefestigt, zumal Sonnenhofs Coach Thomas Letsch zu Recht sagte: „Ich denke, der Sieg geht in Ordnung.“

Der hatte sich bereits nach 13 Minuten angedeutet, als der Kickers-Präsident gerade auf der Anfahrt war, so dass er den Flachschuss von Nicolo Mazzolo zum Führungstreffer verpasste. Seine Stuttgarter Mannschaft, die ohne die verletzten Jens Härter, Sasa Janic, Jörn Schmiedel und kurzfristig auch noch Kapitän Alexander Rosen (Zerrung) antreten musste, ließ vor den 750 Zuschauern überhaupt nicht erkennen, dass sportlich ein Zwei-Klassen-Unterschied besteht. Auf dem Platz dominierte der Gastgeber, der bis zur Pause dem 2:0 jedenfalls näher war als die Kickers dem Ausgleich.

Nach dem Wechsel schien die Wende doch noch möglich, nachdem Sonnenhofs Exprofi Rüdiger Rehm frühzeitig mit einer Gelb-Roten-Karte (50.) vom Platz musste. Die Kickers hatten im Dauerregen nun zwar optische Vorteile, aber nach wie vor kaum Chancen – die beste vergab noch der eingewechselte Angelo Vaccaro in der Schlussminute, als auch noch Benedikt Deigendesch mit Gelb-Rot vom Platz flog; das passte als trauriger Schlusspunkt.

Den Kickers bleiben nun knapp anderthalb Wochen Zeit, um die Mannschaft wieder aufzurichten, doch guter Rat wird langsam teuer. „So kommen wir auch in der Liga nicht hinten raus“, gab ein frustrierter Trainer Minkwitz zu, der mit seinem Team am Samstag zu einem Testspiel beim Regionalligisten SSV Reutlingen antritt, der wiederum durch einen 5:2-Sieg nach Verlängerung in Böblingen im WFV-Wettbewerb verblieb.

Kickers: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Landeka – Deigendesch, Gambo – Traut (73. Schürg), Kettemann, Prediger (29. Vaccaro) – Tucci (57. Kacani).

Tor: 1:0 Mazzola (13.).

Stuttgarter Zeitung

Pokalpleite gegen Sonnenhof

Kickers scheitern
GROßASPACH (ump). Die Stuttgarter Kickers sind im Achtelfinale des WFV-Pokals ausgeschieden. Die Mannschaft von Trainer Stefan Minkwitz verlor gestern beim Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach 0:1 (0:1), Nicolo Mazzola erzielte schon in der 13. Minute den Treffer des Tages. „Damit haben wir eines unserer Saisonziele klar verfehlt“, sagte der Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Eigentlich war das Weiterkommen im WFV-Pokal fest eingeplant – auch finanziell. Doch nun stehen die Kickers nach dem Fehlstart in der Liga auch noch vor einer Pokalpleite.

Der Drittligist wurde seiner Favoritenrolle während der gesamten Partie nicht gerecht, auch nicht, als die Stuttgarter nach einer Gelb-Roten Karte für die Gastgeber (Rüdiger Rehm) ab der 50. Minute eigentlich überlegen waren. Doch selbst diesen Vorteil konnten die Kickers nicht nutzen. In der 90. Minute flog dann auch noch der Kickers-Spieler Benedikt Deigendesch mit Gelb-Rot vom Platz. Dennoch wird es bei den Kickers noch keine Konsequenzen geben. Zumindest vorerst. „Beim Ligaspiel gegen Aue wird Stefan Minkwitz auf der Bank sitzen“, sagt Eichelbaum. Diese Partie findet am 13. September um 14 Uhr statt (Gazi-Stadion).

Stuttgarter Zeitung

0:1 – Blamage für die Kickers

Drittligist scheitert im WFV-Pokal-Achtelfinale an Oberligist Großaspach

Großaspach – Die bisherige Saisonbilanz der Stuttgarter Kickers ist um ein blamables Kapitel reicher. Der Fußball-Drittligist ist am Mittwoch durch ein 0:1 bei Oberligist SG Sonnenhof Großaspach im Achtelfinale des WFV-Pokals ausgeschieden. Dennoch sagt Präsident Dirk Eichelbaum: „Ich gehe davon aus, dass Stefan Minkwitz auch gegen Aue auf der Bank sitzt.“

VON JÜRGEN FREY

Der Präsident war bedient. „Es war das erklärte Ziel, den WFV-Pokal zu gewinnen“, sagte Dirk Eichelbaum – aber da war das schon nicht mehr möglich. Die Kickers haben die Chance auf die Fortführung des sportlichen Aufwärtstrends und vor allem auf Mehreinnahmen wieder einmal fahrlässig vergeben. „Wir haben ein wesentliches Saisonziel verfehlt“, sagte Eichelbaum, das schmerzt finanziell in der kommenden Saison noch mehr als in dieser.“

Vier Drittligaspiele lang erzielten die Kickers kein Tor, dann folgte am vergangenen Samstag das 1:1 gegen Regensburg. Dochvon Selbstvertrauen war in Großaspach nichts zu sehen. Der Drittligist, der kurzfristig auf Kapitän Alexander Rosen (Oberschenkelverhärtung) verzichten musste, war ständig einen Schritt zu spät, kam nicht in die Zweikämpfe und erspielte sich in Halbzeit eins keine echte Torchance.

Anders das Team von Ex-Kickers-Co-Trainer Thomas Letsch, das sich in der 13. Minute für seinen starken Auftritt belohnte. Sene Saer passte, Nicolo Mazzola traf. Nach der Pause bemühten sich die Kickers in Überzahl – SG-Spieler Rüdiger Rehm sah Gelb-Rot (50.) – zwar um den Ausgleich, ohne dabei aber Linie ins Spiel zu bringen.

Kickers Trainer Stefan Minkwitz, dessen Stuhl mächtig wackelt, war entsprechend sauer. „Ich will nichts schön reden. Unser Zweikampfverhalten vor allem in der ersten halben Stunde war unter aller Sau. So kommen wir aus der Sch… nicht heraus“, sagte der angeschlagene Kommandogeber.

Als gegen Ende der Partie ein heftiges Gewitter über den Platz zog, wurde es auch für die Blauen immer dunkler. Benedikt Deigendesch sah sogar noch Gelb-Rot. Jetzt ist die Stimmung tief im Keller. Präsidiumsmitglied Friedrich Kummer rät allen, Ruhe zu bewahren. „Ich setze gegen Aue auf eine Trotzreaktion.“ Das ist dann der allerletzte Strohhalm für den Coach und den Verein. Es sei denn, die Führungsetage entscheidet sich doch schon früher für einen Trainerwechsel.

Stuttgarter Nachrichten

Minkwitz steht unter Beobachtung

Kickers blamieren sich im WFV-Pokal – 0:1 beim Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach

Großaspach – Nächster Tiefschlag für die Stuttgarter Kickers: Den schwachen Auftritten in der dritten Liga folgte jetzt auch noch der K.o. im WFV-Pokal. Gestern blamierte sich das Team von Trainer Stefan Minkwitz, der zunehmend unter Druck steht, beim Oberligisten SG Sonnenhof Großaspach mit einer 0:1 (0:1)-Niederlage.

Von Beate Wockenfuß

Stürmer Nicolo Mazzola hatte bereits nach 15 Minuten das Siegtor erzielt. „Die erste halbe Stunde war eine Katastrophe und gleichzeitig die spielentscheidende Phase“, war Kickers-Manager Joachim Cast frustriert und berichtete von „Totenstille“ im Mannschaftsbus auf dem Rückweg nach Stuttgart. Selbst in Überzahl ab der 50. Minute konnten die Kickers bei strömendem Regen das Ruder nicht herumreißen.Wie schon in der vergangenen Saison beim 0:3 gegen den Oberligisten VfL Kirchheim war somit das Achtelfinale erneut Endstation für die Stuttgarter. „Das war eine erschreckende Leistung“, schimpfte Präsident Dirk Eichelbaum, der in der vergangenen Woche noch betont hatte, dass der Pokalsieg in dieser Saison Pflicht sei. Trotz des Scheiterns lehnt der Vereinschef weiterhin jegliche Trainerdiskussionen ab. „Das Pokal-Aus wird keine unmittelbaren Konsequenzen haben“, sagte er gestern Abend und kündigte an, „die Lage beobachten“ zu wollen. Soll heißen: Die Schonfrist für Minkwitz wird verlängert. Da wegen der Länderspiel-Pause am Samstag (15 Uhr) nur ein Testspiel beim SSV Reutlingen ansteht, muss die Beobachtungsphase der Vereinsspitze länger dauern. Somit wird Minkwitz beim nächsten Saisonspiel am 13. September zu Hause gegen den FC Erzgebirge Aue laut Eichelbaum definitiv auf der Bank der „Blauen“ sitzen. Zwar hatte der Präsident angekündigt, eine mögliche Entlassung nicht vom Ergebnis, sondern von der Leistung abhängig zu machen, relativierte dies aber nach dem gestrigen Spiel in Großaspach: „Die Leistung war alles andere als ansprechend, aber noch lange nicht so desolat wie im vergangenen Jahr in Kirchheim.“

Eßlinger Zeitung

1:0 – Aspach kegelt die Kickers aus dem Pokal

Die Kraftprobe zwischen dem Oberliga-Spitzenreiter und dem Drittliga-Schlusslicht ist entschieden. Die Waage neigte sich auf die Seite des zwei Klassen tiefer beheimateten Clubs: Mit einem 1:0 kegelte die SG Großaspach die Stuttgarter Kickers gestern Abend im Achtelfinale aus dem WFV-Pokal. Beide Seiten waren sich einig: Das Ergebnis war völlig okay.

VON STEFFEN GRÜN

Der Fautenhau war nach dem herbeigesehnten und von den Fans lautstark geforderten Abpfiff eine einzige Partyzone. Nicht einmal der heftige Regen bremste alle Beteiligten in ihrer Begeisterung. Die Spieler tollten ausgelassen auf dem matschigen Rasen umher und machten dem für die Trikotwäsche zuständigen Zeugwart am Ende eine ganz große Freude: Martin Cimander und Co. nahmen vor ihren jubelnden Anhängern einen langen Anlauf und gingen auf Tauchstation.

Der Zeugwart wird es verschmerzen, sollte er die roten Shirts, schwarzen Hosen und roten Stutzen gleich zweimal in die Waschmaschine werfen müssen. Denn was das Team vor allem in der ersten halben Stunde abgeliefert hatte, war erste Sahne. Es zeigte sich ein Klassenunterschied: Der Fünftligist ließ den Dritt- wie einen Siebtligisten aussehen. Mit ihrem schnellen und variablen Spiel stellte die Truppe von Trainer Thomas Letsch die trotz ihres miesen Saisonstarts favorisierten Gäste ein ums andere Mal vor unlösbare Probleme. Vor allem die schnellen Stürmer Saer Sene und Abedin Krasniqi sowie die auf den Außenbahnen im Mittelfeld wirbelnden Nicolo Mazzola und Calogero Bonsignore, waren für die wacklige Kickers-Defensive nicht zu greifen.

Aspach belohnte sich vor 750 Zuschauern in der 14. Minute für die starke Anfangsphase. Mazzola leitete den Spielzug selbst ein und sprintete erneut in Position, als Sene den Ball hatte. Krasniqi zog Abwehrspieler auf sich und schaffte Platz für Mazzola, der nach einem Zuspiel von Sene aus 14 Metern per Flachschuss ins linke Eck das 1:0 erzielte. Das goldene Tor, wie sich herausstellte. „Ein tolles Gefühl“, sagte der Schütze nach der Partie und lobte im selben Atemzug die Kollegen, die ihren Teil beigetragen hatten.

Nur Lobeshymnen auf die Offensive der Hausherren anzustimmen, wäre aber unfair. Denn die Defensivabteilung arbeitete auch schon in der ersten Halbzeit so konzentriert, dass keine klare Chance für die Gäste heraussprang. Ein 16-Meter-Schuss von Ralf Kettemann, der über den Kasten segelte (37.), war alles. Ideenlosigkeit auf höchstem Niveau war den Kickers zu attestieren. Zudem hatte Trainer Stefan Minkwitz nur eine Spitze aufgeboten: Marco Tucci. Der hing in der Luft.

Viel mehr Gefahr entwickelte der Letzte der Dritten Liga auch nach der Pause nicht. Daran änderte selbst die Überzahl ab der 51. Minute wenig. Rüdiger Rehm, der bereits verwarnte Co-Trainer der SG, hatte sich aus der Sicht des Referees vor einem Freistoß mehrere Rangeleien mit Marcus Mann geliefert. Der Innenverteidiger der Blauen sah Gelb, Rehm Gelb-Rot. Ein Witz, wie der Routinier nach der Partie behauptete: „Der Kickers-Spieler rennt dreimal auf mich drauf und fällt jedes Mal um.“ Sein Trost: Die Kollegen schaukelten den Sieg nach Hause. „Ich danke den Jungs, dass sie das noch vierzig Minuten durchgezogen haben“, sagte Rehm und billigte Stuttgart trotz dem Ballbesitz-Plus in Überzahl „eine klare Chance zu – wenn es hoch kommt“. In der 89. Minute rutschten nach dem Schuss von Angelo Vaccaro zwei Spieler an der Kugel vorbei. Die besseren Möglichkeiten hatten – wenn sie schnell konterten – auch in der zweiten Halbzeit die Hausherren. Adam Adamos (55.) sowie Krasniqi (80.) und Cimander (81.) scheiterten mit Schüssen an Keeper Manuel Salz oder zielten vorbei. So blieb es eine Zitterpartie, bis Schiedsrichter Marcel Beck für die Erleichterung sorgte.

SG Sonnenhof Großaspach: Jurkovic – Wengert, Grab, Aupperle, Cimander – Mazzola (53. Adamos), Marschlich (89. Nierichlo), Rehm, Bonsignore (81. Deiß) – Sene (65. Di Biccari), Krasniqi (85. Binakaj). – Stuttgarter Kickers: Salz – Reiß, Mann, Rapp, Landeka – Deigendesch, Gambo – Traut (73. Schürg), Kettemann, Prediger (30. Vaccaro) – Tucci (57. Kacani). – Tor: 1:0 (14.) Mazzola. – Gelb-Rot: Rehm (Großaspach/51.), Deigendesch (Stuttgart/90.). – Schiedsrichter: Beck (Sindelbachtal). – Zuschauer: 750.

Backnanger Kreiszeitung

Letsch glücklich, Minkwitz stinksauer

(stg) – Aspachs Trainer Thomas Letsch brachte die eigene Gemütslage sowie die der Spieler, Fans und Funktionäre auf den Punkt: „Die Stimmung in Großaspach war schon schlechter.“ Die Zufriedenheit rührte natürlich vom überraschenden Ergebnis, aber noch mehr von der überzeugenden Leistung her. „Wir haben gesehen, welches Selbstvertrauen in der Mannschaft steckt. Es zeichnet uns derzeit zudem aus, dass sich in brenzligen Situationen immer noch ein Spieler dazwischenwirft.“

Von solchem Lob für seine Kicker war Stuttgarts Trainer Stefan Minkwitz – wen wundert’s – meilenweit entfernt. Er wählte an Deutlichkeit kaum zu überbietende Worte: „Ich will nichts schön reden. Ich bin stinksauer. Unser Zweikampfverhalten war vor allem in der ersten halben Stunde unter aller Sau. So kommen wir in der Dritten Liga aus der Sch… nicht heraus.“ Der 40-Jährige räumte auch ein, dass sein Team selbst mit der Überzahl ab der 51. Minute wenig anzufangen wusste: „Die herausgespielten Chancen waren an einer Hand abzuzählen. Der Rest, Zufallsprodukte.“ Wobei die Rechnung noch großzügig war: Ein bis zwei Finger haben gereicht. Ob die Tage von Minkwitz bei den Kickers gezählt sind, bleibt abzuwarten. Manager Joachim Cast, der Aspach attestierte, „leidenschaftlicher gespielt und verdient gewonnen“ zu haben, plädierte dafür, ruhig zu bleiben und am Trainer festzuhalten. Er habe keine Erkenntnisse, dass das Präsidium anderer Meinung sei.

Probleme, die in Aspach derzeit unbekannt sind. Der Vorstandsvorsitzende der SG-Fußballabteilung, Werner Benignus, fand den Auftritt seiner Mannschaft einfach „ohne Einschränkung gut“. Sportkoordinator Joannis Koukoutrigas „hatte nie das Gefühl, dass die Kickers ein Tor schießen“ und gab die neue Marschroute aus: „Wir wollen jetzt ins Pokalfinale.“

Backnanger Kreiszeitung

Vorberichte WFV-Pokal II: SG Sonnenhof Großaspach – Stuttgarter Kickers

„Die Kickers haben Druck“
Nachgefragt bei Thomas Letsch

Die Stuttgarter Kickers treten heute (17 Uhr) im Achtelfinale des WFV-Pokals bei der SG Sonnenhof an, dem Tabellenführer der Fußball-Oberliga. „Natürlich wollen wir unsere Chance aufs Weiterkommen wahrnehmen“, sagt deren Trainer Thomas Letsch (40) im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Letsch, die Kickers haben Ihre Mannschaft mehrfach beobachtet und in höchsten Tönen gelobt. Ehrt Sie das?

Ich glaube auf jeden Fall, dass die Kickers das Spiel sehr ernst nehmen. Man darf aber nicht vergessen, dass für uns in dieser Saison bisher alles optimal gelaufen ist. Dennoch wollen wir als unterklassiger Verein versuchen, die kleine Sensation zu schaffen.

Zumal Sie nur gewinnen können?

So sehe ich das auch. Auf den Kickers lastet weitaus mehr Druck, zumal sie, was ich mitbekommen habe, das Ziel haben, den Pokal diesmal zu gewinnen.

Und wie lautet Ihr Saisonziel. Etwa der Aufstieg?

Nachdem wir vergangene Saison Zehnter geworden sind, lautet das Ziel einstelliger Platz. Aber mittelfristig will der Club durchaus in die Regionalliga.

Sie sind im Winter gekommen, was hat sich jetzt geändert, dass es so gut läuft?

Als ich gekommen bin, war die Luft raus. Nach oben und unten ging nichts mehr, einige Leistungsträger wurden abgegeben, so dass sich die Mannschaft oft von alleine aufgestellt hat. Jetzt konnten wir den Kader gezielt verstärken, so dass wieder eine Konkurrenzsituation da ist. Das zeigt sich schon daran, dass sich die Anfangself oft verändert.

So ein Spiel wie jetzt bietet die Chance, als Trainer auf sich aufmerksam zu machen. Wollen Sie überhaupt als Profi arbeiten, nachdem Sie als Gymnasiallehrer noch einen halben Lehrauftrag für Mathematik und Sport haben?

Zunächst macht man immer durch Erfolge auf sich aufmerksam. Aber das gilt für alle Beteiligten des Vereins, nicht nur den Trainer. Natürlich würde ich die Chance wahrnehmen, falls sie sich mir bietet. Momentan bin ich mit der Situation aber sehr zufrieden.

Stuttgarter Zeitung

Kickers: Pokerspiel um Orlando Smeekes
Stuttgart (jüf) – Über eines sind sich im Lager des Fußball-Drittligisten Stuttgarter Kickers alle einig: Wird noch ein neuer Spieler verpflichtet, wäre dies vor dem kommenden punktspielfreien Wochenende optimal. Der neue Mann könnte im Testspiel am Samstag (15 Uhr) beim SSV Reutlingen ins Team integriert werden. Das Problem: Wunschkandidat Orlando Smeekes hat seine Gehaltsforderungen zwar etwas zurückgeschraubt, doch noch immer ist der Stürmer für die Blauen unerschwinglich. „Bewegt er sich weiter auf uns zu, ist ein Transfer nicht ausgeschlossen“, sagt Präsident Dirk Eichelbaum.

Fest steht: Im WFV-Pokal-Achtelfinalspiel am heutigen Mittwoch (17 Uhr/Sportpark im Fautenhau) bei Oberliga-Spitzenreiter SG Sonnenhof Großaspach wird der Holländer definitiv noch nicht für die Kickers am Ball sein. Auch Jörn Schmiedel (Muskelprobleme) kann nicht spielen. Angelo Vaccaro steht dagegen im Kader. Seine noch zwei Spiele laufende Sperre gilt nur für die Liga. Von Beginn an stürmen wird er allerdings nicht. „Ich will die Truppe weiter einspielen“, sagt Trainer Stefan Minkwitz im Hinblick auf das nächste Drittligaspiel am 13. September gegen Erzgebirge Aue.

Beim Duell in Großaspach gibt es für die Blauen ein Wiedersehen mit Thomas Letsch. Der SG-Trainer war bei den Kickers schon Coach der A-Junioren, der zweiten Mannschaft und Co-Trainer der Regionalligaelf.

Stuttgarter Nachrichten

Trotz Misstönen die Entwicklung verfolgt

Im Sommer 2007 begleiteten Misstöne seinen Abschied aus Großaspach. Mit Interesse verfolgt Ex-Coach Alexander Malchow die Entwicklung beim Fußball-Oberligisten trotzdem. Den Einzug der SG ins WFV-Pokal-Viertelfinale will der 38-Jährige als Co-Trainer der Stuttgarter Kickers heute (17 Uhr, Fautenhau) aber mit aller Macht verhindern.

VON STEFFEN GRÜN

Malchow hatte den Job im Fautenhau in der Winterpause 2005/2006 übernommen. Er führte den akut abstiegsgefährdeten Oberliga-Neuling zum Klassenverbleib. Es folgte eine weitere Zittersaison mit einem glücklichen Ende. Die Wege trennten sich trotzdem, weil sich die Parteien entfremdet hatten. Bester Beweis: Die SG-Verantwortlichen erfuhren aus der BKZ, dass der Ex-Profi den auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Das fand der damalige Abteilungsleiter Wolfgang Schmückle verständlicherweise „nicht so arg glücklich“. Bei dieser Vorgeschichte ist es keine Überraschung, wenn Malchow verrät: „Zu den Verantwortlichen ist der Kontakt abgebrochen.“ Und er setzt noch eine feine Spitze: „Der Kontakt ist ja schon abgebrochen, als ich noch Trainer in Großaspach war.“

Dabei belässt es der Ex-Coach jedoch – und kommt auf die wenigen SG-Kicker aus seiner Zeit zu sprechen, mit denen es heute ein Wiedersehen geben wird. Er denkt vor allem an „die beiden Langen hinten drin“ – die Innenverteidiger Dennis Grab und Fabian Aupperle – sowie an Calogero Bonsignore: „Es freut mich, dass sich Lilo wieder an die Erste herangekämpft hat.“ Auch mit Martin Cimander und mit Mario Di Biccari hatte Malchow noch zu tun. Intensiver ist aber sein Kontakt zu zwei Kickern, die Großaspach nach ihm verließen: Keeper Tobias Röschl (FSV Hollenbach) und Nicola Spina (VfL Kirchheim). Beobachtet hat der Co-Trainer der Blauen die SG bei ihrem 3:0-Sieg im Pokalspiel bei Verbandsligist Rutesheim. Er äußert sich lobend: „Sie spielen einen erfrischenden Offensivfußball.“

Auch sonst schlägt Malchow versöhnliche Töne gegenüber seinem Ex-Club an: „Trotz allem war ich gerne Trainer in Aspach und habe die Chance wahrgenommen, mich als junger Trainer zu profilieren. Das hat mich weitergebracht.“ Vielleicht können die Kickers von den Erfahrungen, die Malchow im Abstiegskampf mit der SG gesammelt hat, in der Drittliga-Saison ja noch profitieren. Heute geht es aber zunächst um den Einzug ins Pokal-Viertelfinale und Malchow gibt sich zuversichtlich. Sein Tipp: „2:1 für uns.“

Backnanger Kreiszeitung