Kickers: Schuster setzt auf Gambo

STUTTGART (dip). Am Dienstag versammelt Dirk Schuster seine Mannen zum ersten Training der Stuttgarter Kickers. Oder besser gesagt: Er schart die Jungs um sich, die schon da sind. „Wir werden sicher nicht nur mit acht Mann dastehen“, sagt der neue Trainer des künftigen Regionalligisten, der aber auch zugibt, dass die Personalplanungen bis zum Trainingsstart „noch nicht abgeschlossen sein werden“. Vorwiegend werden aber wohl Spieler aus den eigenen Reihen das Team der neuen Runde bilden, „zwei, drei Positionen“, sagt Schuster, werden eventuell noch mit Neuzugängen besetzt.

Fehlen wird am Dienstag auch Bashiru Gambo. Der Ghanaer, dem Wechselabsichten nachgesagt wurden, befindet sich noch bis 26. Juni im Heimaturlaub. Dass er danach den Trainingsbetrieb bei den Kickers aufnimmt, steht für Schuster außer Frage: „Er besitzt einen Vertrag und wird ein Eckpfeiler unseres künftigen Teams sein.“

Stuttgarter Nachrichten

STZ: Mann und Rosen nicht abgeneigt

Kickers: Schuster wird aktiv

STUTTGART (ump). Nachdem Dirk Schuster am Freitag offiziell als neuer Trainer der Stuttgarter Kickers vorgestellt worden ist, hat er umgehend die Arbeit forciert. Am Samstag sprach er mit dem Wunschspieler Marcus Mann, der „nicht abgeneigt ist“, auch in der Regionalliga für die Blauen zu spielen – und deshalb auch schon einem anderen Club abgesagt hat. Neben Marcel Rapp ist auch der bisherige Kapitän Alexander Rosen ein Thema („wenn Regionalliga, dann nur bei den Kickers“), der sich heute mit dem neuen Trainer treffen will, um die Rahmenbedingungen abzuklopfen. Inwieweit ein Engagement außerhalb des Platzes infrage kommt, muss sich zeigen. „Im Hinterkopf habe ich das schon auch“, sagt Rosen.

Zumal möglicherweise ein Nachfolger für Joachim Cast gefunden werden muss. Das Präsidium will sich diese Woche noch mal mit dem Manager treffen, um über die Zukunft zu sprechen. Ob Cast die nach der Entmachtung im sportlichen Bereich weiter in Degerloch sieht, darf aber bezweifelt werden. Er selbst will sich an den Spekulationen nicht beteiligen und sagt nur: „Noch habe ich einen laufenden Vertrag.“ Einen Vertrag haben auch Denis Jung und André Olveira, die neben Mijo Tunjic von der zweiten Mannschaft aufrücken werden.

Stuttgarter Zeitung

Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Trainers

eyeP.tv bietet die gestrige Pressekonferenz zur Vorstellung des neuen Cheftrainers Dirk Schuster als Videostream an. Sicher aufschlußreicher als der ein oder andere Forumsbeitrag hierzu oder die Presse. Eigene Meinung bilden! Die beiden Videos (Zwei Teile) gibt es hier.

Pressekonferenz

Presse zur Vorstellung des neuen Cheftrainers

Dirk Schuster gibt sich bescheiden

Neuer Kickers-Trainer: „Vom Aufstieg zu reden, wäre überheblich“

Von Jürgen Frey

Als bei der Vorstellung des neuen Trainers Dirk Schuster eigentlich alles schon gesagt war, kam er doch noch, dieser unsägliche Satz: „Die Stuttgarter Kickers gehören in die zweite Liga.“ Das Präsidiumsmitglied Edgar Kurz sagte dies. Und auch wenn er es auf einen langfristigen Zeitraum bezog, erkannte Präsident Dirk Eichelbaum, dass eine solche Aussage noch nie so unangebracht war, wie in der aktuellen Situation. Also fügte er mit einem Schmunzeln schnell hinzu: „Das ist die Privatmeinung von Herrn Kurz.“ Im Prinzip wissen alle, dass es für die Blauen in der am 7. August beginnenden Saison nur um eines gehen kann: um eine Konsolidierung in der Fußball-Regionalliga. „Es wäre überheblich, vom Aufstieg zu reden“, stellt Schuster klar, „wir wollen vielmehr mit jungen, hungrigen Spielern aus der Region ehrlichen Fußball zeigen.“

Zum jetzigen Zeitpunkt fragt sich nur: mit welcher Mannschaft? Ligarivale VfR Aalen hat sein Team fast schon komplett zusammen, bei den Kickers haben lediglich Bashiru Gambo, Mijo Tunjic und Marcel Ivanusa Verträge. „Drei, vier Korsettstangen, Führungsspieler brauchen wir natürlich im Kader“, sagt Schuster. Neben Gambo soll dies Marcus Mann sein, auch Marcel Rapp steht bei Schuster offenbar hoch im Kurs. Doch konkret wollte der neue Coach nicht werden: „Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen ab.“ Dafür weiß er, dass sein neu formiertes Team viel Einspielzeit brauchen wird. Deshalb wird der Trainingsauftakt wohl bereits sieben Wochen vor Rundenbeginn über die Bühne gehen. Den genauen Termin will er kommende Woche festlegen.

Stuttgarter Nachrichten

Schusters schwierige Mission

Der Kickers-Trainer steht vor einem Neuaufbau – Regionalligist stellt fristgerecht Lizenzantrag beim DFB

Stuttgart – Die Stuttgarter Kickers haben nach dem Abstieg in die Fußball-Regionalliga mit Ach und Krach die drohende Insolvenz abgewendet. Mit dem neuen Cheftrainer Dirk Schuster, einem Treuebekenntnis des Hauptsponsors und der Hoffnung, die Lizenz zu erhalten, soll in der Saison 2009/2010 ein Neustart unternommen werden – in einem finanziell engen Rahmen.

Von Hannes Kern

Auf dem Werbebanner, das die Kickers anlässlich der Präsentation des neuen Cheftrainers Schuster aufgestellt haben, prangt noch das Logo der dritten Liga. Das ist Schnee von gestern. Die Saison ist zwar offiziell erst am 30. Juni zu Ende, doch die Kickers müssen sich notgedrungen mit dem Thema Regionalliga beschäftigen. Das ist schwer genug, denn nur mit einem Kraftakt ist es gelungen, gestern rechtzeitig die notwendigen Unterlagen für die Beantragung der Lizenz zum Deutschen Fußball-Bund nach Frankfurt zu schicken. Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum sprach von einer „Wahnsinns-Aufgabe im Grenzbereich des Zumutbaren“, den Etat von 1,6 Millionen Euro auf die Beine zu stellen. In etwa zehn Tagen hoffen die Kickers in Sachen Lizenz auf grünes Licht durch den DFB. Eine Voraussetzung für den Optimismus der „Blauen“ ist, dass Hauptsponsor Eduardo Garcia sein Engagement bei den Kickers nach anfänglichen Bedenken um ein Jahr verlängert hat. Schätzungsweise kostet das Garcia 175 000 Euro.Der finanzielle Rahmen für Schuster beim Aufbau einer neuen Mannschaft ist „sehr eng“, wie es Eichelbaum ausdrückte. Der Präsident bezeichnet die Verpflichtung des 41-jährigen Schuster sowohl als Chance für die Kickers, als auch eine Chance für den ehemaligen Profi, sich im Trainergeschäft zu etablieren. Schuster, der 2007 als Lehrgangsbester die Lizenz des Fußballlehrers erworben hat, sprach von einer „Herausforderung“, einen fast kompletten Neuaufbau vornehmen zu müssen. Wie die Mannschaft aussehen wird, weiß Schuster selbst noch nicht. Er würde gerne drei, vier erfahrene Spieler behalten, ansonsten setzt er auf „junge, erfolgshungrige Spieler aus der Region“. Die kommende Saison sieht er unter der Überschrift „Konsolidierung“, wobei es „vermessen und überheblich wäre, vom direkten Wiederaufstieg zu sprechen“. Eichelbaum erwartet von Schuster, „dass er eine junge Mannschaft formt, die den Ball schnell nach vorne spielt“.Schuster kann bei seiner schwierigen Mission weiter auf den bisherigen Co-Trainer Alexander Malchow und Torwarttrainer Dennis Rudel zurückgreifen. Ex-Manager Joachim Cast wird wahrscheinlich bleiben, allerdings laut Eichelbaum „nicht mehr mitverantwortlich für den sportlichen Bereich“.Kaum haben die „Blauen“ den drohenden Kollaps abgewendet, träumt Edgar Kurz schon wieder von einer rosigen Zukunft. „Wir gehören mittelfristig in die zweite Liga“, sagte das Präsidiumsmitglied. Eichelbaum zuckte zusammen und Schuster verzog keine Miene.

Eßlinger Zeitung

Kicker: Schuster kündigt Neuanfang an

Stuttg. Kickers: Kritik an Präsident Eichelbaum

Michael Rentschler sagte ab, nun soll Dirk Schuster als neuer Cheftrainer (Vertrag bis 2011) den Umbruch beim künftigen Regionalligisten schaffen. „Der Verein steht vor einem totalen Neuanfang“, sagt der frühere Nationalspieler.

„Das ist eine Riesenherausforderung und eine Riesenchance – für beide Seiten.“ Zwar kam der 41-Jährige als Coach bisher nicht über die Verbandsliga hinaus, 2007 erwarb er die Fußballlehrer-Lizenz jedoch als Lehrgangsbester.

„Wir wollen hier eine junge Truppe aufbauen, die von der ersten bis zur letzten Minute kämpft und Gas gibt.“

Im Verein herrscht indes große Unruhe und Kritik an Präsident Dirk Eichelbaum. Die Vorwürfe: Bei der Trainersuche habe er zu viel Zeit verloren, zudem kommuniziere er intern zu wenig. Und nicht jeder versteht, warum er mit Schuster in dieser schwierigen Lage auf einen Neuling setzt. Schon zuvor war Eichelbaum wegen seiner Außendarstellung nach der Nutzung des DFB-Kautionsfonds angegriffen worden.

Matthias Jung

Kicker

Presse zum neuen Trainer Dirk Schuster

„Das wird keine einfache Aufgabe“

Der Exprofi Dirk Schuster übernimmt bei den Stuttgarter Kickers den Posten des Cheftrainers

STUTTGART. Die Trainerfrage bei den Stuttgarter Kickers ist entschieden. Der frühere Profi Dirk Schuster erhält einen Vertrag bis 2011. In Sachen Management und Hauptsponsor stehen die Entscheidungen aber noch aus.

Von Joachim Klumpp

Wer die drei Begriffe Schuster, Spanien und Trainer in Zusammenhang bringt, der denkt fast automatisch an Bernd Schuster, der zuletzt bei Real Madrid als Trainer tätig war. Natürlich hat die Spur der Stuttgarter Kickers in diesem Zusammenhang nicht zu dem „blonden Engel“ geführt, sondern zu Dirk Schuster. Und der hat am Wochenende auch nur eben mal seinen Spanienurlaub unterbrochen, um den Zweijahresvertrag mit dem Verein aus Degerloch perfekt zu machen. Womit die erste Baustelle des künftigen Regionalligisten geschlossen werden kann. Denn nachdem zuvor Michael Feichtenbeiner dem Umfeld nicht vermittelbar gewesen ist und Michael Rentschler den Job beim Württembergischen Fußball-Verband (WFV) nicht aufgeben wollte, ging der Trend am Ende eindeutig hin zu Schuster.

Nach einem gut zweistündigen Gespräch am Samstag mit dem vierköpfigen Präsidium sagte dessen Mitglied Dieter Wahl: „Wir hatten das Gefühl: es passt.“ Nun hatte dieser Eindruck bei den Kickers ja auch schon bei Edgar Schmitt vorgeherrscht – und stellte sich im Nachhinein als trügerisch heraus. Doch das muss nichts heißen, selbst wenn Schuster mit „Euro-Eddy“ beim Karlsruher SC seine erfolgreichsten Profijahre verbracht und sich bei ihm – und dessen Vorgänger Stefan Minkwitz – noch einige Informationen über den Verein eingeholt hat. Danach weiß er zumindest: „Das wird sicher keine einfache Aufgabe, aber eine sehr reizvolle. Denn ich möchte hier eine Mannschaft zusammenstellen, die für einen Neuanfang steht und mit der sich die Fans identifizieren können.“Durch die verzögerte Trainersuche haben die Kickers in Sachen Kaderplanung wertvolle Zeit verloren, so dass Dirk Schuster bereits über Pfingsten dabei war, mit den bisherigen Leistungsträgern Kontakt aufzunehmen.

Der 41-Jährige hat Ende 2007 den Trainerlehrgang in Köln (wie einst Robin Dutt) als Lehrgangsbester abgeschlossen, danach als Trainer aber eher zwei Nebenrollen in Durlach und Wilferdingen übernommen: „Es gab Anfragen, aber man muss auch Geduld haben, bis es passt.“ Wie offensichtlich bei den Kickers, wo er als Cheftrainer arbeiten wird, nicht allerdings als Teamchef, sagte Wahl.

Was im Umkehrschluss heißt, dass die Managementfrage noch offen ist. Wahl: „Wir werden mit Joachim Cast sprechen, ob er sich vorstellen könnte, die administrativen Aufgaben zu behalten.“ Cast sagt dazu nur: „Ich befasse mich derzeit mit anderen Dingen.“ Nämlich mit den Unterlagen für die Regionalligalizenzierung, die bis Freitag (15.30 Uhr) beim DFB eingereicht werden müssen.

Das wird schwer genug. Vor allem, weil noch der Hauptsponsor fehlt. „Auch dieses Thema gehen wir jetzt verstärkt an“, sagt Wahl, „und ich könnte mir vorstellen, dass uns Eduardo Garcia mit dem neuen Trainer erhalten bleibt.“ Die Zeit drängt jedenfalls, denn Garcia ist schon im Urlaub – in Spanien. Dort muss auch Dirk Schuster nochmals hin: seine Familie aus den Ferien zurückholen.

Stuttgarter Zeitung

Kickers verpflichten Dirk Schuster

Ein Neuanfang mit Handicap

Von Joachim Klumpp

Die Verlockung ist groß gewesen, Guido Buchwald zu verpflichten. Doch die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers haben widerstanden, auch wenn sie den Weltmeister gerne enger an sich binden würden. Aber nicht als Trainer. Denn Buchwald hätte weder ins Anforderungsprofil noch in den finanziellen Rahmen gepasst und, als ehemaliger Teilzeitsportdirektor, auch nicht den propagierten Neuanfang verkörpert. Dabei ist der Verein ja gerne mal dem alten Glanz verfallen. Dafür standen in der Vergangenheit unter anderem Rainer Zobel, Arie Haan, Walter Kelsch, Jürgen Sundermann – und eben Guido Buchwald. Große Namen, kleine Wirkung.

Sie alle brachten weder sportlichen Erfolg noch wirtschaftlichen Aufschwung. So gesehen sind die Kickers in diesem Fall konsequent geblieben und damit zumindest glaubwürdig, auch wenn das erfahrungsgemäß einige Personen im Umfeld anders sehen werden. Dirk Schuster verkörpert Wissen und Willen – zwei Tugenden, die in der jetzigen Situation wichtiger sind als verblichenes Renommee. Dass dem Exprofi dabei die Erfahrung als Trainer weitestgehend fehlt, ist zweifellos ein Handicap, selbst in der Regionalliga. Nach dem Abstieg kann man die Verpflichtung eigentlich nur so verstehen: wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Stuttgarter Zeitung

„Wir wollen Power-Fußball spielen“

Dirk Schuster hat bei den Kickers künftig das sportliche Sagen und setzt auf ein Team aus der Region – Malchow soll Co-Trainer bleiben

Dirk Schuster ist der Mann, der die Stuttgarter Kickers nach dem Abstieg in die Regionalliga sportlich wieder auf Kurs bringen soll. „Es wird schwierig“, sagt der ehemalige Profi, „aber so ein Abstieg bietet auch immer die Chance auf einen echten Neuanfang.“

Von Dirk Preiß

Hallo Herr Schuster, sind Sie wieder im Urlaub?

Ja, das bin ich. Aber nicht sehr lange. Am Donnerstag geht es wieder zurück.

Vergangenen Freitag sind Sie schon einmal zurückgeflogen.

Stimmt, die Verantwortlichen der Stuttgarter Kickers hatten noch einmal um einen Termin gebeten, also habe ich meinen Spanien-Urlaub unterbrochen. Das erste Gespräch war schon sehr positiv gewesen, nun waren noch einige kleinere Dinge zu regeln, dann haben wir uns geeinigt.

Nun sind Sie also Kickers-Trainer. Keine leichte Aufgabe.

Nein, sicher nicht. Vor allem natürlich wegen des Abstiegs, und finanziell sind die Kickers ja auch nicht auf Rosen gebettet.

Was macht die Aufgabe dennoch so reizvoll für Sie?

So ein Abstieg ist doch auch immer eine Chance auf einen echten Neuanfang. Und genau den gilt es nun zu planen. Wir wollen mit vielen jungen Spielern aus der Region wieder ein gutes Bild der Kickers abgeben.

Werden da noch viele Spieler der Abstiegs-Mannschaft dabei sein?

Das muss man sehen. Ich habe am Wochenende auf jeden Fall schon einmal Gas gegeben und versucht, alle aktuellen Spieler zu erreichen. Ich muss ja auch wissen, wer sich überhaupt vorstellen könnte, den Karren, den sie in den Dreck gefahren haben, wieder mit rauszuziehen.

Wer hilft Ihnen bei der Zusammenstellung des Kaders? Wird Ihnen noch ein Sportdirektor zur Seite gestellt?

Nein. Was das Sportliche betrifft bin ich der Chef. Aber ich habe schon Kontakt zu Björn Hinck, dem Trainer der zweiten Mannschaft, aufgenommen. Außerdem möchte ich Alexander Malchow gerne als Co-Trainer haben, dazu Dennis Rudel als Torwarttrainer – ich denke, so haben wir eine Menge Kompetenz zusammen, was den Fußball hier in der Region angeht.

Und welches Ziel wollen Sie mit der neuen Truppe erreichen?

Natürlich haben wir auch über Zielsetzungen gesprochen. Aber jetzt, da wir noch nicht einmal einen Kader zusammenhaben, sollten wir öffentlich darüber nicht reden. Das können wir zu gegebener Zeit immer noch tun.

An einen direkten Wiederaufstieg denken Sie aber nicht.

Das wäre doch auch utopisch. Die Stuttgarter Kickers befinden sich in einer Phase der Konsolidierung. Wichtig ist mir zunächst einmal die Art und Weise, wie wir uns präsentieren.

Was sind Ihre Vorstellungen?

Wir wollen Power-Fußball spielen. Das heißt, dass wir immer alles versuchen müssen, um das Spiel zu gewinnen. Klar, es kann sein, dass ab und zu eine andere Mannschaft besser ist, aber wir müssen zumindest immer alles geben. Außerdem ist mir Disziplin – auf dem Platz und außerhalb des Platzes – sehr wichtig.

Wie gut kennen Sie die Kickers eigentlich?

Ich wohne zwar in Karlsruhe, habe den Club in den vergangenen Monaten aber interessiert verfolgt. Viel mehr als andere Mannschaften der dritten Liga. Schließlich habe ich einst mit Stefan Minkwitz zusammengespielt, beim KSC war ich dann in einem Team mit Edgar Schmitt, und mit Rainer Kraft habe ich den Trainerlehrgang absolviert.

Den Sie dann als Lehrgangsbester abgeschlossen haben.

Ja, das stimmt.

Bei den Kickers gab es schon einmal einen Trainer, der Lehrgangsbester war.

Ich weiß. Und ich finde, dass Robin Dutt damals bei den Kickers hervorragende Arbeit gemacht hat – und auch jetzt in Freiburg macht.

Stuttgarter Nachrichten

Dirk Schuster

1967 wird Dirk Schuster am 29. Dezember geboren.

1986 wird der Chemnitzer mit der U-19-Auswahl der DDR Europameister.

1990 beginnt der Abwehrspieler seine Profikarriere bei Eintracht Braunschweig. Von 1991 bis 1997 spielt er für den Karslruher SC und bestreitet in dieser Zeit drei Länderspiele. Danach spielt er noch für den 1. FC Köln, LR Ahlen und Waldhof Mannheim.

2007 hat er die Ausbildung zum Fußballlehrer als Lehrgangsbester abgeschlossen.

Ab der Saison 2009/2010 ist der 41-Jährige Cheftrainer von Regionalligist Stuttgarter Kickers. Der Vertrag läuft bis 2011.

Stuttgarter Nachrichten

StN: Rentschler sagt den Kickers ab

STUTTGART (StN). Die Stuttgarter Kickers müssen weiter nach einem neuen Trainer suchen. Wunschkandidat Michael Rentschler (38) sagte den Blauen ab. Er war nicht bereit, seinen Job als WFV-Verbandssportlehrer aufzugeben. „Wir haben gute Gespräche geführt, aber es gab nach vielen Diskussionen, auch mit der Geschäftsführung des Württembergischen Fußball-Verbandes, keine Lösung für einen harmonischen Abschied, und ich wollte dort nicht einfach nur den Löffel hinschmeißen“, sagte Rentschler, „die Kickers sind ein 24-Stunden-Projekt und erfordern den vollen Mann.“

Als Alternative ist nun Ex-Bundesliga-Profi Dirk Schuster (41) im Gespräch. „Wir hoffen, dass wir bis Ende dieser Woche Klarheit haben“, sagte Kickers-Präsident Dirk Eichelbaum. Unterdessen hat Eichelbaum wie angekündigt Kontakt zum ehemaligen Kickers-Spieler und Sportdirektor Guido Buchwald aufgenommen. Allerdings, betonte der Präsident, sei eine eventuelle Trainertätigkeit des Weltmeisters von 1990 auf der Waldau kein Thema gewesen. „Das waren lediglich atmosphärische Gespräche“, betonte Eichelbaum, „ein Gedankenaustausch, mehr nicht.“

Bei Torhüter Manuel Salz, der von den Fans zum Spieler der Saison gewählt wurde, stehen die Zeichen derweil auf Abschied. „Wir müssen leider davon ausgehen, dass er uns verlassen wird“, sagte Eichelbaum. Und Salz sagt: „Meine Zukunft wird sich in den nächsten Wochen entscheiden. Man wird sehen, wohin es mich verschlägt.“

Stuttgarter Nachrichten

StZ: Rentschler vor Schuster

Die Kickers und ihre Trainer

Die Stuttgarter Kickers und seine Trainer sind ein Kapitel für sich. Nachdem sie den Traditionsclub verlassen hatten, waren sie mit anderen Vereinen oft erfolgreich.

Von Joachim Klumpp

Die Stuttgarter Kickers sind noch immer auf der Suche nach einem Trainer für die Regionalliga. Bis morgen soll die Entscheidung möglichst gefallen sein. Michael Rentschler hat offenbar die besten Karten, als Alternative gilt der ehemalige KSC-Profi Dirk Schuster, der 2007 als Lehrgangsbester die Ausbildung zum Fußballlehrer absolvierte. Der 38-jährige Rentschler sagt nur: „Wir haben ein konstruktives Gespräch geführt.“ Ein solches gab es zuvor auch mit Michael Feichtenbeiner, „aber der war nicht vermittelbar“, wie der Präsident Dirk Eichelbaum betont. Soll heißen: es gab Vorbehalte bei den Fans und im Umfeld. Nicht zum ersten Mal. Denn in Degerloch haben es zuletzt viele Trainer schwer gehabt – um später bei anderen Vereinen Erfolg zu haben. Die Beispiele reichen von A (wie Adrion) bis Z (wie Zeidler).

Rainer Adrion: Er war der Wunschkandidat des Hauptsponsors Eduardo Garcia, der den Weg des Fußballlehrers beim VfB genau verfolgt hatte. Doch in Degerloch gingen die Uhren anders. Jedenfalls wäre Adrion 2003 mit der Mannschaft sportlich abgestiegen, wenn es nicht die Lizenzentzüge für Reutlingen und Waldhof gegeben hätte. Nach nur sieben Monaten war das Engagement schließlich zu Ende. Adrion wechselte wieder zum VfB und führte dort reihenweise Spieler an die Profis und die Mannschaft in die dritte Liga. Diese Talentsichtung wurde belohnt: mit der Berufung zum U-21-Nationaltrainer.

Robin Dutt: Er war am längsten im Amt, was nicht zuletzt auf die Rückendeckung des damaligen Präsidenten Hans Kullen zurückzuführen war. Schon bei Dutts Ernennung gab es Kritiker, die dem Novizen die Aufgabe nicht zutrauten. Und auch nach der einen oder anderen Niederlagenserie kam der Ruf nach Ablösung auf. Doch die Kontinuität zahlte sich aus – auch beim SC Freiburg, mit dem Dutt jetzt in die Bundesliga aufstieg.

Thomas Letsch: Er war bei den Kickers in der A-Jugend und der zweiten Mannschaft tätig, folgte später Marcus Sorg als Assistent zum SSV Ulm, ehe ihn wieder die Cheftrainerrolle reizte. Die fand er bei der SG Sonnenhof Großaspach, die er in eineinhalb Jahren in die Regionalliga führte. Damit ist die Karriere vorerst vorbei. Letsch zieht es nach Lissabon: nicht zu Benfica oder Sporting, sondern an eine deutsche Schule. Der Beruf hat Vorrang.

Marcus Sorg: Er musste nach einem 0:5 beim FC Bayern II gehen. Und danach zwei Schritte zurückmachen, um einen Schritt voranzukommen. Die TSF Ditzingen führte er in der Verbandsliga vom letzten Platz (mit neun Punkten zur Winterpause) nach einer Aufholjagd zum Klassenverbleib. Beim SSV Ulm scheiterte er später in der Oberliga als Zweiter zweimal nur knapp am Aufstieg in die damalige Regionalliga. In der Winterpause erinnerte sich Dutt an seinen ehemaligen Weggefährten – und holte ihn für die zweite Mannschaft nach Freiburg. Die war mit sieben Punkten Rückstand Letzter der Regionalliga, und hat inzwischen den Klassenverbleib fast sicher. Dutt sagte beim Amtsantritt: „Wenn das einer schafft, dann Marcus Sorg.“

Peter Zeidler: Er setzte sich nach einer intensiven Vorauswahl des Managers Joachim Cast gegen die Konkurrenten Günter Rommel (ebenfalls mit Kickers-Vergangenheit, jetzt bei Freiburgs Bundesliga-Fußballerinnen erfolgreich) und Jürgen Seeberger (Aachen) durch. Doch die Geduld mit dem Pädagogen hielt nicht lange. Vor allem das Expräsidiumsmitglied Walter Kelsch drängte auf eine Trennung, die Zeidler bis heute nicht nachvollziehen kann. Dennoch müsste er den Verantwortlichen eigentlich dankbar sein. Nur so kam er zum Co-Trainer-Job in Hoffenheim – und in die Bundesliga.

Stuttgarter Zeitung